Immer mehr Menschen leiden unter einer Allergie. Trotz stetiger Forschungen in dem Bereich konnte bis zum heutigen Zeitpunkt nicht geklärt werden, wodurch Allergien entstehen. Im Allgemeinen versteht man unter einer Allergie eine Überreaktion des Immunsystems auf eigentlich ungefährliche Stoffe wie Pollen, Nahrungsstoffe, in den Körper gelangende Gifte (z.B. durch Bienenstiche) oder Tierhaare. Leider können Allergien die Gesundheit stark beeinträchtigen – umso wichtiger ist es für Betroffene, sich über neue Entwicklungen zu informieren und zu verstehen, welche Reaktionen im Körper ablaufen bei einer allergischen Reaktion.

Inhalt: Allergie Information & Beratung

  1. Generelles über Allergien
    1. Symptome
    2. Antigene
    3. Allergische Reaktion
  2. Unterschiedliche Arten von Allergien
    1. Tierhaarallergie
    2. Heuschnupfen
    3. Hausstauballergie
    4. Sonnenallergie
  3. Allgemeine Diagnoseverfahren bei Allergien: Allergietests
    1. In-vitro Testverfahren
    2. Hauttests
    3. Provokationstests

1. Generelle Informationen über Allergien

Allergie auf Pflanzenstoffe (c) Wilhelmine Wulff / pixelio.de

Pollen können Heuschnupfen auslösen. Viele Allergiker können jedoch die Hypokur nutzen und somit Heuschnupfen loswerden. (c) Wilhelmine Wulff / pixelio.de

1.1 Welche Folgen (Symptome) hat eine Allergie?

Der Körper behandelt diese Stoffe wie Viren oder Bakterien (= “Pathogene“) und konzentriert sich darauf, die vermeintlichen Eindringlinge zu bekämpfen. Hierfür nutzt der Körper verschiedene Abwehrstrategien, die üblicherweise Krankheitserreger abtöten sollen. Folgen können Juck- und Niesreize sein, oder auch tränende Augen. Auch Kreislauf oder Lunge (genauer gesagt die „Bronchien“) können von der allergischen Reaktion betroffen sein, wodurch eine Atemnot bzw. ein „Asthma“ oder ein Kreislaufzusammenbruch ausgelöst werden kann. In diesen Fällen kann eine Allergie tödlich sein, sofern nicht entsprechende medizinische Maßnahmen ergriffen und die Allergie behandelt wird. Tritt eine solche Situation ein, sollte ein Krankenwagen gerufen werden. Hier gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht!

Allergie bei Gräserpollen (c) Marianne J. / pixelio.de

Gräserpollen sind typische Allergie – Auslöser. Hypokuren können jedoch langfristig helfen. (c) Marianne J. / pixelio.de

1.2 Was versteht man unter dem Begriff „Antigene“?

Stoffe, die eine allergische Reaktion auslösen, werden vom Körper als Eindringlinge erkannt. Diese Stoffe werden von Medizinern als „Antigene“ bezeichnet, bei einer allergischen Reaktion im Speziellen wird auch von „Antiallergenen“ gesprochen. Beispiele für Antiallergene sind Katzenhaare, Hundehaare, Nahrungsstoffe wie Weizen oder Laktose und Pflanzenpollen. Letztere plagen viele Allergiker vor allem im Frühjahr, eine Allergie gegen Pollen wird oft übrigens als „Heuschnupfen“ bezeichnet. Apotheken, Internetseiten und Ärzte stellen jedoch „Pollenfluginformationen“ zur Verfügung, Betroffene können sich so darüber informieren, wann Sie vorsichtig sein müssen und sich die Einnahme von Anti-Allergie-Medikamenten lohnt.

Allergie auf Katzenhaare (c) lichtkunst.73 / pixelio.de

Auch Katzenhaare können Allergien auslösen. Für Tierliebhaber gibt es Züchtungen ohne Haare. (c) lichtkunst.73 / pixelio.de

1.3 Was passiert im Körper bei einer allergischen Reaktion?

Der Körper versucht durch die allergische Reaktion, die Eindringlinge unschädlich zu machen. Hierzu produziert der menschliche Körper sogenannte Antikörper. Als Laie kann man sich Antikörper auch als „Körperpolizei“ vorstellen. Sobald ein vermeintlicher Eindringling identifiziert wurde, beginnt der Körper mit der Antikörperherstellung. An diesem Punkt erfolgt allerdings noch keine allergische Reaktion – der Betroffene bemerkt keine Veränderung.

Sollte derselbe Eindringling allerdings ein weiteres Mal im Körper vorzufinden sein, reagieren die zuvor hergestellten Antikörper auf den wiedererkannten Stoff. Die aus Eiweiß (=“Protein“) bestehenden Antikörper heften sich dann an die Antigene und fangen diese ein. Problematisch wird es schließlich, wenn die „erfolgreichen“ Antikörper auf sogenannte „Mastzellen“ treffen, einer weiteren Art von Abwehrzellen. Diese Mastzellen befinden sich im Gewebe, im Lymphsystem, in Schleimhäuten und in den Atemwegen. Die Antikörper

Allergie bei Bienenstich (c) Rainer Sturm / pixelio.de

Allergische Reaktion auf Bienenstiche sind gefährlich. (c) Rainer Sturm / pixelio.de

heften sich mit gefangenem Antigen an diese Mastzellen an (über sogenannte „Rezeptoren“ oder Andockstationen) und lösen eine weitere Reaktion aus: Die Mastzelle entlässt gespeicherte Botenstoffe, welche im umliegenden Gewebe Entzündungen und kleine Anschwellungen verursachen. Abhängig vom Ort des Geschehens werden so Hautreaktionen, Schnupfen oder eben auch Atemnöte ausgelöst. In besonders schlimmen Fällen kann der Körper hierdurch selbst einen allergischen Schock auslösen. Diese Form der allergischen Reaktion ist extrem gefährlich und lebensbedrohlich, da der Kreislauf (innerhalb kurzer Zeit!) zusammenbrechen kann.

2. Unterschiedliche Arten von Allergie

Es gibt unterschiedliche Arten von Allergien, welche die Gesundheit auf unterschiedliche Weise beeinträchtigen. Nennenswert sind die Tierhaarallergie und der Heuschnupfen, da diese Allergieformen sehr verbreitet sind. Doch auch Allergien gegen bestimmte Lebensmittel (Laktoseintoleranz, Histamin- und Glutamatintoleranz.

2.1 Tierhaar-Allergie

Etwa zehn Prozent der Deutschen leidet unter Tierhaar-Allergie. Diese kann sich unterschiedlich auswirken und verwehrt manch einem Tierliebhaber die eigene Haustierhaltung. Als Tierhaar-Allergien bezeichnet man im Allgemeinen die Allergie auf Inhaltsstoffe im Fell oder in den Federn. Folgende Ausprägungen dieser Allergie werden unterschieden:

  • Hundeallergie
  • Katzenallergie
  • Pferdeallergie
  • Meerschweinchenallergie
  • Kaninchenallergie
  • Vogelallergie

Diese Allergiearten verhalten sich sehr unterschiedlich in Bezug auf Ihre Spezifität – d.h. sie reagieren teilweise nur auf sehr spezielle Auslöser. Bei einer Allergie gegen Hundehaare beispielsweise reagiert der Körper in der Regel nur bei bestimmten Hunderasse. Bei einer Katzenallergie hingegen ist der Betroffene gegen jegliche Rassen allergisch. Leider gibt es für diese Allergie (anders als beim Heuschnupfen) keine Möglichkeit einer langfristigen Heilung. In der Regel bleibt die Tierhaarallergie das gesamte Leben bestehen. Es existieren lediglich Therapien, welche die Symptome lindern und kurzzeitig verschwinden lassen können. Tierliebhaber mit Allergie greifen gelegentlich auf spezielle, felllose Haustierzüchtungen zurück – hier sei jedoch zu bedenken, welche Auswirkungen eine solche Züchtung auf das Tier bzw. die Tierart haben kann. Dies soll an dieser Stelle jedoch nur erwähnt werden.

2.1.1 Diagnose und Symptome der Tierhaar-Allergie

Wer nach Kontakt mit Tieren eines der folgenden Symptome bemerkt, sollte einen Termin mit dem Hautarzt vereinbaren. Teilen Sie dem Arzt mit, bei welchem Tier Sie eine allergische Reaktion vermuten und in wie weit Ihre Gesundheit dadurch beeinträchtigt wurde. Der Arzt wird in aller Regel einen Allergietest durchführen. Hierzu wird entweder etwas Blut abgenommen oder die Stoffe werden in geringer Menge mit der Haut in Verbindung gebracht. Der Allergietest auf der Haut zeigt schon nach wenigen Minuten erste Ergebnisse (Jucken der Haut oder Schwellungen). Beim Bluttest hingegen wird das Blut auf Antikörper getestet. Da es sich bei diesem Test um eine Laboruntersuchung handelt, kann es einige Tage dauern, bis Ergebnisse feststehen.

Symptome
Allergie Symptom

Husten, Niesen und Asthma gehören zu den typischen Allergie-Symptomen (c) Maria Lanznaster / pixelio.de

Die allergischen Reaktionen zeigen sich normalerweise sofort nach dem Kontakt mit dem Tier. Diese können sein:

  • Husten
  • Niesen
  • brennende oder angeschwollene Augen
  • plötzlicher Schnupfen
  • Rötungen auf der Haut, die jucken
  • Konzentrationsstörungen
  • Asthma

2.1.2 Therapie und Behandlung der Tierhaarallergie

Wurde beim Arzt eine Tierhaarallergie festgestellt, gibt es (je nach Schwere und Art) mehrere Möglichkeiten, sie zu behandeln bzw. die Symptome zu vermindern. In erster Linie sollte der Kontakt zum Tier gemieden werden. Es gibt Medikamente, sogenannte „Antihistaminika“, welche die Symptome bis zu einem gewissen Grad unterdrücken können. Antihistaminika werden meist in Tablettenform dargereicht und sind in unterschiedlichen Dosen von verschiedenen Herstellern käuflich zu erwerben.

Gegen Athma empfehlen sich entsprechende Sprays, doch hier sollte man Vorsicht walten lassen und sich genauestens informieren: Noch vor wenigen Jahren wurden beispielsweise adrenalinhaltige Sprays verschrieben, welche die Bronchien erweiterten und so für mehr Lungenvolumen sorgten. Was in der Theorie gut klingt, entpuppte sich in der Praxis als tückisch!

Adrenalinhaltige Sprays werden in Deutschland aufgrund der starken Nebenwirkungen nicht mehr verschrieben – lediglich Importe aus den USA sind hierzulande noch erhältlich. Zu guter Letzt helfen bei Rötungen auf der Haut hat entsprechende Salben mit Aloe Vera oder Ringelblumenextrakten. Es besteht zudem die Möglichkeit der Desensibilisierung: Die allergischen Auslöser werden bei dieser Methode gespritzt, die allergische Reaktion des Körpers soll so nach und nach vermindert werden, da sich das Immunsystem an die Gegenwart des Stoffes „gewöhnt“ und diesen nicht mehr als schädlich einstuft. Ein Erfolg dieser Therapie ist jedoch nicht garantiert und an dieser Stelle sollte von einer Recherche im Internet abgeraten werden: Falls Sie sich für eine De-Sensibilisierungskur interessieren, sprechen Sie Ihren Arzt darauf an. Ob eine derartige Behandlung ratsam ist, sollte individuell je nach Fall entschieden werden!

2.1.3 Hilfestellungen für Betroffene der Tierhaar-Allergie

Wer grundsätzlich nicht den Kontakt zum Tier vermeiden kann, sollte sich an folgende Regeln halten:

  • Stets die Hände waschen, wenn das Tier berührt wurde
  • das Haustier darf weder auf Sitz- noch auf Schlafmöbel
  • täglich die Wohnung durchsaugen
  • einmal die Woche die Bettwäsche wechseln
  • glatte Fußböden täglich feucht wischen

2.2 Heuschnupfen

Heuschnupfen Allergie (c) Dieter Schütz  / pixelio.de

Eine Heuschnupfen Allergie ist oft mit einer laufenden Nase verbunden. Betroffene sollten die Pollenfluginformation bedenken (c) Dieter Schütz / pixelio.de

Kinder, Jugendliche und Erwachsene können vom Heuschnupfen geplagt werden. Tatsächlich leiden Millionen Deutsche unter dieser Allergieform: Pollenallergie und allergischer Schnupfen ist die häufigste Allergie in Industrieländern. Die Zahlen der Neuerkrankten steigen stetig an. Zur Bekämpfung des allergischen Schnupfens stehen allerdings allerhand Möglichkeiten zur Verfügung – eine solche Allergie kann auch langfristig bekämpft werden, anders als die Tierhaarallergie.

Heuschnupfen wird, anders als sein Name vermuten lässt, nicht von Heu oder Staub aus dem Heu ausgelöst. Vielmehr ist die Pflanzenwelt, speziell die Pollen und Sporen, dafür verantwortlich. Der saisonale allergische Schnupfen, welcher auch als „allergische Rhinitis“ bezeichnet wird, wird durch den Pollenflug ausgelöst. Die „Hochsaison“ des Heuschnupfens ist von März bis Juli, wobei in milden Wintern der Pollenflug der Winterblüher früher einsetzen kann, Allergiker können in diesem Fall ab Dezember schon Beschwerden verspüren. Jedes Jahr veröffentlichen deshalb Apotheken und Arztpraxen sogenannte „Pollenflungvorhersagen“.

Es gibt jedoch auch allgemeine Pollenfluginformationen, welche die durchschnittliche Verteilung des Pollenflugs über das Jahr hinweg darstellen – diese Werte richten sich nach Erfahrungen aus zuvorigen Jahren und berücksichtigen die übliche Blütezeit der Pflanzen. Je nach Wetterlage kann sich diese Blütezeit jedoch verschieben, eine Pollenfluginformation kann dem Allergiker also nur als grobe Orientierung dienen – Pollenflugvorhersagen sind wesentlich genauer. Bitte bedenken Sie dies, wenn Sie die nachfolgende Pollenfluginformation betrachten.

Pollenfluginformation für Allergiker mit Heuschnupfen

Pflanze Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt
Erle und Hasel

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Ulme, Birke, Eiche, Esche und Ahorn

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Ampfer, Löwenzahn, Fichte, Walnuss, Raps

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Gräser, Getreide (wie Hopfen, Roggen, Weizen, Gerste), Kiefer, Tanne

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Brennnessel, Mais, Linde, Beifuß

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2.2.1 Diagnose und Symptome der Heuschnupfen Allergie

Die Symptome eines allergischen Schnupfen sind sehr vielfältig. So zählen Fließschnupfen, Niesattacken und verstopfte Nasen ebenso dazu wie auch geschwollene, rote und tränende Augen. Wenn diese Anzeichen vor allem im Frühjahr beobachtet werden, könnte man unter saisonalem allergischem Schnupfen leiden. Die Allergie ist allerdings häufig mit weiteren Begleiterscheinungen verbunden: So kann ein unangenehmes Jucken im Hals zu spüren sein oder es kann zu Entzündungen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich kommen, oft mit unter Beteiligung der Nasennebenhöhlen.

2.2.2 Therapie und Behandlung der Heuschnupfen Allergie

Um die Entstehung von Asthma und die Neusensibilisierung zu verhindern, ist es wichtig, so schnell wie möglich gegen eine Pollenallergie vorzugehen. Dabei stützt die Therapie auf drei Säulen:

  1. Karenz: Die Meidung des Allergens
  2. Behandlung: Die Symptome werden mit hochwirksamen Arzneien zunächst gemildert und unterdrückt (ähnlich wie bei der Tierhaar Allergie)
  3. Immuntherapie: Ziel ist das langfristige Beheben der allergischen Reaktion

Es gilt auch beim Heuschnupfen: Leidet man einmal an allergischem Schnupfen, so hat man ihn häufig für immer. Er ist eine chronische Erkrankung, die aber durch entsprechende Medikamente gut kontrolliert werden kann. Allerdings besteht ebenso wie bei der Tierhaar Allergie die Chance auf einen Therapieerfolg durch Sensibilisierung – die Erfolgsraten sind beim Heuschnupfen grundsätzlich höher als bei der Tierhaar Allergie.
Eine Sensibilisierung kann eine dauerhaft Resistenz gegen Allergie Auslöser erwirken. Die spezifische Immuntherapie dauert ca. 3 Jahre, kann aber in Einzelfällen, in denen es sinnvoll ist, noch ausgedehnt werden. Kinder können ab etwa 5 Jahren therapiert werden. Diese Methode ist auch geeignet für Personen, die unter mehreren Allergien leiden. Bitte konsultieren Sie Ihren Facharzt, wenn Sie hierzu Fragen haben.

2.3 Hausstauballergie

Hausstauballergie

Es ist schwer den Hausstaub zu vermeiden, deswegen ist die Hausstauballergie so lästig (c) Kassens Heiner / pixelio.de

Was ist die Besonderheit einer Hausstauballergie und wodurch wird sie ausgelöst?

Die Hausstauballergie ist im Gegensatz zum Heuschnupfen eine ganzjährig auftretende Allergieform. Auslöser der Stauballergie ist der Kot der winzig kleinen Hausstaubmilben. Da die Hausstaubmilbe in jeder Wohnung vorkommt, ist ein Kontakt zu diesen Spinnentieren kaum zu vermeiden. In einem normalen Haushalt leben mehrere Millionen Milben. Die Milben bevorzugen Räume mit einer hohen Luftfeuchtigkeit von über 50% und eine Raumtemperatur über 20°C – dies erklärt auch ihr Hauptvorkommen in Schlafzimmern bzw. Matratzen.

2.3.1 Welche Symptome gibt es?

Die Symptome der Stauballergie betreffen meist die oberen Atemwege können aber in schweren Fällen auch Lunge und Bronchien betreffen:

So kommt es in den meisten Fällen zu wässrigem Fließschnupfen und heftigen Nies-Anfällen. Auch eine verstopfte Nase bedingt durch anschwellende Nasenschleimhäute ist möglich. Die Augen können tränen, jucken und gerötet sein, bis hin zur Bindehautentzündung. Oft kommt es insbesondere bei Tätigkeiten im Haushalt wie z.B. beim Bettenmachen zu Atemnotsanfällen.

2.3.2 Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

1. Medikamentöse Therapie zur Symptombehandlung der Stauballergie:

Hier kommen diverse Wirkstoffe zum Einsatz, die in der Regel eine schnelle Linderung der Beschwerden bewirken:

  • antiallergische Nasen- und Augentropfen
  • Cortison als Inhaltsstoff von Sprays und Tabletten
  • Antihistaminika in Form von Tabletten, Sprays oder Tropfen
  • Cromoglicinsäure als Mastzellstabilisator
  • β-Sympathomimetika zur Akuttherapie von Atemnotsanfällen (wirken bronchienerweiternd)

2. Hyposensibilisierung:

Die ca. 3 Jahre lang andauernde Hyposensibilisierung ist die einzige Behandlungsmethode, die nicht nur Symptome bekämpft, sondern direkt am Immunsystem ansetzt. Der Körper wird schrittweise an die allergieauslösende Substanz gewöhnt, indem die verabreichte Dosis zuerst in verdünnter Form verabreicht und dann immer weiter erhöht wird. Das Immunsystem gewöhnt sich an das Allergen und die allergische Reaktion wird bei erfolgreicher Behandlung verhindert bzw. abgeschwächt.

3. Was Sie sonst noch bei der Stauballergie tun können:

  • Häufig lüften, um die Luftfeuchtigkeit gering zu halten
  • Staubfänger insbesondere im Schlafzimmer vermeiden: Vorhänge, Bücher, Kuscheltiere etc.
  • Alle waschbaren Gegenstände wie Kissen, Plüschtiere u.a. regelmäßig bei mindestens 60°C waschen
  • Teppichböden gegen Holzböden austauschen und mehrmals wöchentlich feucht wischen
  • Spezielle milbendichte Bezüge für Bettwäsche und Matratze verwenden
  • Matratzen mindestens alle 10 Jahre austauschen
  • Bei Hausarbeiten wie saugen, Böden wischen etc. Staubmasken tragen
  • In der Wohnung nicht rauchen

2.4 Sonnenallergie: Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Neben den bisher genannten Allergien gibt es noch einen weiteren, speziellen Fall der Allergie: Einige Menschen leiden unter einer sogenannten Sonnenallergie, welche von den Medizinern als Polymorphe Lichtdermatose bezeichnet wird. Betrachtet man die Sache genau, so gibt es in der Medizin die Sonnenallergie gar nicht. Mit diesem Begriff sind verschiedene Erkrankungen gemeint, welche mit dem Licht der Sonne zusammenhängen.

2.4.1 Die verschiedenen Ausprägungen der Sonnenallergie



Der Sonnenbrand

Sonnenallergie Sonnenbrand

Der Sonnenbrand ist eine der bekanntesten Sonnenallergien (c) William Veder / pixelio.de

Die häufigste Erscheinung auf der Haut ist im Zusammenhang mit der Sonne der Sonnenbrand. Wird die Haut über längere Zeit den Strahlen ausgesetzt, so kommt es zur Rötung und kleinen Bläschen. Zusätzlich tritt ein Juckreiz auf und bei einer stärkeren Verbrennung können Schmerzen auf den betroffenen Arealen auftreten. Bei einigen sonnenhungrigen Leuten kann schon nach einem handfesten Sonnenbad am ersten Tag am Ferienort der Rest des Urlaubs gelaufen sein. Sinnvoll ist auf jeden Fall in dieser Situation die Haut zu kühlen. Außerdem helfen Umschläge mit Quark oder Salben, welche eine entzündungshemmende Wirkung haben. Am besten ist es allerdings, die Haut vor dem Sonnenbad mit Pflegemitteln einzucremen.

Empfindliche Haut

In sehr seltenen Fällen kann eine Sonnenallergie sehr belastend sein. Die Haut reagiert auf die UV-Strahlen wesentlich empfindsamer, als bei vielen anderen Menschen. Schon geringes Licht reicht bei diesen Patienten aus, um Hautrötungen hervorzurufen. Gegen diese Symptome verschreiben die Ärzte eine kortisonhaltige Creme oder Antihistaminika. Trotzdem muss die Haut durch lange Bekleidung vor dem Sonnenlicht zusätzlich geschützt werden. Viele der Patienten verlassen deshalb erst bei Dunkelheit die Wohnung.

Die Mondscheinkrankheit

Eine besonders aggressive Form einer Sonnenallergie ist die Erkrankung an Xeroderma Pigmentlosem. Im Volksmund wird von der Mondscheinkrankheit gesprochen. Diese Erkrankung ist erblich bedingt und die Betroffenen müssen schon ab dem Kindesalter das Sonnenlicht meiden. Die Symptome durch die Sonnenstrahlen sind Entzündungen und später kommen warzenähnliche Gebilde auf der Haut dazu. Das Risiko, an Krebs zu erkranken, ist extrem erhöht. Die einzige Therapie ist die Vermeidung von jeglichem Kontakt mit den Sonnenstrahlen. Die Fenster müssen gegen die UV-Strahlung schützen und einige der Patienten tragen zusätzlich spezielle Schutzanzüge. Der Lebensrhythmus wurde komplett umgestellt, denn diese erkrankten Personen können nur in den Nachtstunden ins Freie gehen. Deshalb ist auch der Begriff „Mondscheinkinder“ entstanden.

Die Mallorca-Akne oder auch Sommerakne

Sommerakne

Die Sonne kann auch fürs Gesicht gefährlich sein (c) Carsten Grunwald / pixelio.de

Eine weitere Art der Sonnenallergie ist die Mallorca-Akne. Speziell in den Bereichen, welche besonders häufig der Sonne ausgesetzt sind, bilden sich kleine Knötchen. Betroffen sind oft das Gesicht und die Arme. Wer unter dieser Erkrankung leidet, sollte die entsprechenden Stellen mit einer guten Lichtschutzsalbe eincremen. Die passenden Produkte gibt es in der Apotheke zu kaufen.

3. Allgemeine Diagnoseverfahren bei Allergien: Allergietests

Allergien zu bestimmen wird heutzutage mit vier unterschiedlichen Testformen erreicht. Durch diese Allergietests lassen sich Allergien beim Menschen nachweisen und genauer einschränken. Alle Tests basieren mehr oder minder darauf, dass der Mensch mit dem jeweiligen Allergen in Kontakt kommt. Daraufhin werden die allergischen Reaktionen untersucht. Folgende Testverfahren werden heute angewendet:

3.1. In-vitro Testverfahren

Beim In-vitro (=“lebendig“)Testverfahren werden anhand von Blutproben sogenannte Marker herausgefiltert, die auf Allergien hinweisen. Marker sind demnach Stoffe, die bei einer allergischen Reaktion auftreten. Dazu zählen Histamin, Tryptase, Leukotrien und ECP. Neben diesen Markern können beim In-vitro Testverfahren auch Antikörper bestimmt werden. Zelluläre Tests sind noch relativ jung. Derzeit lassen sich mit ihnen antigen-spezifische T-Lymphozyten nachweisen.

3.2. Hauttests

allergie hauttest

Der Hauttest ist einer der am häufigsten benutzten Allergietests (c) Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Der wohl bekannteste Allergietest ist der Pricktest. Er wird maßgeblich angewendet, um Pollenallergien und Tierhaarallergien zu bestimmen. Dabei wird eine Flüssigkeit mit dem jeweiligen Allergen in Form eines Tropfens auf die Haut aufgetragen und diese angeritzt, sodass die Flüssigkeit die Hautbarriere durchbrechen kann. Zu diesen Allergenen zählen diverse Pollenarten, aber auch Tierhaare von Hund, Katze oder Kaninchen. Auch eine Allergie auf Schimmelpilze und Hausstaubmilben lässt sich somit prüfen. Je stärker die Hautreaktion ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer Allergie auf das jeweilige Allergen. Beim Intrakutantest (Intrakutan = „Zwischen der Haut“) hingegen wird das Allergen direkt unter die Hautoberfläche gespritzt. Beim Reibtest wird das Allergen in die angeritzte Haut eingerieben und beim Epikutantest (Epikutan = „Auf der Haut“) schließlich wird das Allergen in Form eines Pflasters auf die Haut aufgetragen.

3.3. Provokationstests

Auch hier existieren unterschiedliche Testverfahren, die es aus medizinischer Sicht zu unterscheiden gilt.

Nasaler Provokationstest

Beim nasalen Provokationstest wird hauptsächlich Heuschnupfen nachgewiesen, indem die Nasenschleimhaut dem jeweiligen Allergen ausgesetzt wird.

Bronchialer Provokationstest

Auch in der Lungenfunktionsdiagnostik gibt es Allergietest durch Provokationstests der Bronchien. Hierbei wird in einer speziellen Kammer das Lungenvolumen gemessen und die Bronchien werden kontrolliert dem jeweiligen Allergen ausgesetzt. Maßgeblich hierbei ist der sogenannte Peak-Flow Test. Dieser Test gibt an, wie schnell ein Mensch Luft ein- und ausatmen, besser gesagt ausblasen kann. Durch eine vorherige Provokation der Bronchien können mit dem Peak Flow Test Allergien getestet werden, die im normalen Lebensalltag eventuell gar nicht direkt spürbar sind, aber das Lungenvolumen beeinflussen.

Inhalative Provokation

Schlussendlich gibt es noch die spezifische und die unspezifische inhalative Provokation als Form des Allergietests. Auch hier werden jeweils kontrollierte Pharmazeutika verwendet, um hauptsächlich Asthma nachweisen zu können. Asthma gibt es in unterschiedlicher Ausprägung und mit unterschiedlichen Auslösern. Diese können durch die inhalative Provokation getestet werden.


Zusammenfassende Tabelle der Allergietest-Arten
Allergietest Nachzuweisende Allergieart
Inhalative Provokation Allergien in Verbindung mit heftigen Atemeinschränkungen wie Asthma
Bronchialer Provokationstest Allergien in Verbindung mit leichten Atemeinschränkungen
Nasaler Provokationstest Pollenallergie in Verbindung mit (Heu)- Schnupfen
Pricktest, Intrakutantest, Reibtest, Epikutantest Pollenallergie, Tierhaarallergie, Hausstauballergie
In-Vitro Mehrere Allergiearten, Nachweis über Marker