Obst, Gemüse, Zucker: Es gibt vieles, worauf Menschen mit Fructoseintoleranz verzichten müssen. Für eine dennoch ausgewogene und vitaminreiche Ernährung sollten Betroffene einiges beachten – nicht nur um typische Beschwerden der sogenannten Fructosemalabsorbation zu vermeiden. Da Nährstoffe bei der Fruchtzuckerunverträglichkeit im Darm nicht richtig transportiert werden, kann es zu Mangelerscheinungen kommen. Die gute Nachricht vorweg: Nach einer anfänglichen Karenzphase darf auch bei Fruchtzuckerunverträglichkeit Obst in kleinen Mengen gegessen werden.

Ernährung bei Fructoseintoleranz: Salat

Menschen mit Fructoseintoleranz müssen ihre Ernährung umstellen. Avocado, Fleisch und Blattsalate werden gut vertragen.
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Fructoseintoleranz: Auswirkungen auf die Ernährung

Da die Unverträglichkeit von Fruchtzucker mit Symptomen wie Blähungen und Durchfall einhergehen, verzichten Betroffene oft auf Lebensmittel, die das Unwohlsein verursachen. (Genaueres zu den möglichen Negativfolgen finden Sie auf unserer Themenseite zu den Symptomen der Fructoseintoleranz) Dies ist ein richtiger Ansatz jedoch sollten Erkrankte bei der Lebensmittelauswahl darauf achten, dass Sie alle wichtigen Näherstoffe erhalten. Menschen mit Fructoseintoleranz zeigen oft einen Mangel an Vitamin A, Vitamin C, Magnesium, Kalium, Folsäure, Kalium und Zink. Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung ist daher besonders wichtig. Zunächst einmal sollten Betroffene wissen, welche Lebensmittel sie gut und welche schlecht vertragen. Neben dem eigenen Bauchgefühl hilft hierbei auch ein Blick auf Ernährungstabellen, die den Fructosegehalt einzelner Lebensmittel angeben. Ein kurzer Auszug als Beispiel:

Fructosehaltige Lebensmittel Fructosegehalt Gramm / 100g Produkt
Apfel 6,9
Balsamico 7,4
Rosinen 31,6
Coca Cola 5,0
Banane 3,4
Weißwein (lieblich) 2,4
Zwiebel 2,6
Paprika 1,5

Als Grundregel für die Ernährung bei Fructoseintoleranz gilt: Täglich sollten nicht mehr als 2 Gramm Fructose aufgenommen werden. Gemüsefans können also durchaus eine grüne Paprika pro Tag essen. Um den kritischen Grenzwert zu erreichen, können sogar rund 10 Kilo Avocados, mehr als ein Kilo Kartoffeln und drei Kilo Champignons verspeist werden. Eine Ausnahme stellen Menschen mit hereditärer Fructoseintoleranz dar, einer erblichen bedingten und besonders schweren Form der Fruchtzuckerunverträglichkeit, von der aber nur sehr wenige Menschen betroffen sind.

Bekömmliches Obst und Gemüse bei Fruchtzuckerunverträglichkeit

Die meisten Betroffenen vertragen folgende Obst- und Gemüsearten relativ gut:

  • BananenBan
  • Aprikosen
  • Beerenfrüchte
  • Zitronen und Limetten
  • Mandarinen
  • Kokosnuss
  • Papaya
  • Avocado
  • Kartoffeln
  • Spargel
  • Champions
  • Erbsen
  • Spargel
  • Zucchini
  • Kürbis
  • Fenchel
  • Blumenkohl

Da die Verträglichkeit von Person zu Person unterschiedlich ist, sollten Menschen mit Fruchtzuckerunverträglichkeit gut auf ihren Körper hören und fragliche Lebensmittel zunächst in geringen Mengen testen. Obst und Gemüse werden in der Regel zu bzw. direkt nach Mahlzeiten und am Nachmittag am besten vertragen. Zudem hilft es, gleichzeitig Milchprodukte zu sich zu nehmen, denn Eiweiß und Fett verlangsamen die Aufnahme von Fruchtzucker.

Ernährungstherapie bei Fructoseintoleranz

Menschen mit dem Verdacht auf Fructoseintoleranz (alles zu den Symptomen und zur Diagnose lesen Sie hier), sollten unbedingt ärztlichen Rat einholen. Dieser wird in der Regel eine Ernährungstherapie anordnen, die aus drei Phasen besteht:

  1. Karenzphase: In den ersten drei bis vier Wochen sollten Menschen mit Fructoseintoleranz komplett auf Lebensmittel verzichten, die Fructose enthalten.
  2. Testphase: Anschließend können Betroffene mit verschiedenen Lebensmitteln experimentieren. Dabei gilt es, immer nur kleine Mengen zu sich zu nehmen, um die Wirkung zu testen.
  3. Dauerernährung: Es folgt eine komplette Umstellung auf eine langfristige Ernährung mit Lebensmitteln, die gut vertragen werden.
Ernährung bei Fructoseintoleranz: Obst

Bei Fructoseintoleranz muss Obst nicht komplett vom Ernährungs-Plan gestrichen werden: Beeren sind z. B. bekömmlicher als Äpfel.
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Fructoseintoleranz: Tipps für eine bekömmliche Ernährung

  • Verzichten Sie auf Gewürzmischungen, da diese neben vielen Zusatzstoffen auch Fruchtzucker enthalten können.
  • Kartoffeln am Vortag schälen und in Wasser legen, das macht die Knollen noch bekömmlicher.
  • Traubenzucker (Glukose) ist der Gegenpart zum Fruchtzucker und erleichtert die Fructoseaufnahme. Lebensmittel mit Fruchtzucker werden daher besser vertragen, wenn Sie gleichzeitig auch Glukose enthalten. Nutzen Sie dies, indem Sie etwas Traubenzucker zum Obst mischen.
  • Vorsicht bei Light- und Diabetikerprodukten. Diese beinhalten oft Zuckeraustauschstoffe wie Xylit oder Sorbit, die bei Fructoseintoleranz vermieden werden sollten. Achten Sie auch bei Fertiggerichten auf die Zutatenliste.
  • Ersetzen Sie Zwiebeln durch Schalotten. Diese enthalten weniger Fruchtzucker.
  • Auch Hygieneartikel wie Zahnpasta können Fructose enthalten. Achten Sie auch hier genau auf die Inhaltsstoffe, die auf der Verpackung angegeben sind.