Bauchschmerzen nach Schokolade, Obst oder Bier: Etwa jeder fünfte Deutsche leidet zumindest unter einer leichten Form der Fructoseintoleranz (auch Fruchtzuckerunverträglichkeit oder Fructosemalabsorption genannt) und kann Fruchtzucker nicht richtig verdauen. Obst, Gemüse und zuckerhaltige Nahrungsmittel lösen bei den Betroffenen Beschwerden wie Bauchschmerzen oder Durchfall aus. Etwa 4.500 Menschen leiden unter einer besonders schweren klinischen bzw. hereditären Form der Fructoseunverträglichkeit und vertragen nicht einmal kleinste Mengen Fruchtzucker.

Fructoseintoleranz Symptome durch Störung im Zuckertransport

Fructoseintoleranz Symptome Früchte

Sogar kleine Mengen Obst können Beschwerden auslösen (c) iStock.com / Floortje

Neben Gluten- und Laktoseintoleranz zählt Fructoseintoleranz zu den bekanntesten Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten. Die Krankheit kann sowohl angeboren sein, als auch im Laufe des Lebens auftreten, wobei sie manchmal auch einfach wieder verschwindet. Bei gesunden Menschen wird der Fruchtzucker im Dünndarm aus der Nahrung gefiltert und gelangt mithilfe spezieller Transporter-Moleküle in das Blut. Dieser Prozess ist bei Menschen mit Fructoseintoleranz gestört. Ihre Transporter können maximal 25 Gramm Fructose aus dem Darm befördern. Der Fruchtzucker gelangt daher in den Dickdarm, wo ihn Bakterien zu kurzkettigen Fettsäuren, Wasserstoff und Kohlenstoffdioxid abbauen. Diese Komponenten verursachen in der Regel verschiedene Beschwerden.

Fructoseintoleranz: typische Symptome

Fructoseintoleranz kann ganz unterschiedliche Symptome haben. Die Leitsymptome sind jedoch fast immer gleich.

Fructoseintoleranz: Leitsymptome

  • Blähungen
  • Durchfall

Fructoseintoleranz: häufige Symptome

  • Bauchschmerzen (vor allem im Unterbauch)
  • Magen-Darm-Krämpfe
  • Übelkeit
  • Völlegefühl
  • breiiger Stuhl
  • laute Darmgeräusche
  • plötzlicher Stuhldrang
  • Schleim auf dem Stuhl
  • Verstopfung
  • Folsäure- und Zinkmangel

Fructoseintoleranz: mögliche Symptome

  • Müdigkeit
  • Wetterfühligkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • Kopfschmerzen
  • erhöhte Infektionsanfälligkeit
  • Schwindel
  • Ohnmacht
  • Depressionen

Die Symptome der Fructoseintoleranz ähneln denen der Unverträglichkeit von Laktose (Milchzucker). Tatsächlich gehen beide Erkrankungen oft miteinander einher. So leidet ein Großteil der Menschen mit Laktoseintoleranz Symptomen auch an einer Unverträglichkeit von Fruchtzucker.

Fructoseintoleranz: Wann und wie häufig treten die Symptome auf?

Fructoseintoleranz Symptome Bauchschmerz

Bauchschmerzen gehören zu den bekanntesten Symptomen der Fructoseintoleranz (c) iStock.com / Piotr Marcinski

Die Fructoseintoleranz Symptome treten regelmäßig nach dem Verzehr von Obst, vielen Gemüsesorten, Honig und Weizenprodukten auf. Oft wird die Intoleranz lange nicht bemerkt, da die Symptome nicht immer sofort nach dem Essen auftreten, sondern einige Stunden später oder sogar erst am Tag darauf. Zur Abklärung eines Verdachtes kann ein Ernährungstagesbuch helfen, in dem Betroffene detailliert festhalten, welche Nahrungsmittel sie wann und in welcher Menge zu sich nehmen. So lässt sich der Zusammenhang zwischen einzelnen Lebensmitteln und möglichen Beschwerden klären.

Möglichkeiten zur ärztlichen Diagnose von Fructoseintoleranz

Viele Mediziner haben die Symptome einer Fructoseintoleranz lange Zeit falsch gedeutet, da die Unverträglichkeit relativ unbekannt war. Das hat sich in den vergangenen Jahren geändert. Zur Abklärung der Fructoseintoleranz Symptome wird der Arzt in der Regel zunächst andere Erkrankungen ausschließen. Dazu zählen:

  • Gallen- und Bauchspeicheldrüsenprobleme
  • Glutenunverträglichkeit (Zöliakie, Unverträglichkeit von Getreideeiweißen)
  • Laktoseintoleranz (Unverträglichkeit von Milchzucker)
  • Sorbit-Intoleranz (Unverträglichkeit des Zuckeraustauschstoffes E 420)
  • Histamin-Intoleranz (auch „Weinallergie“ genannt)
  • andere Stoffwechselstörungen
  • andere Magen-Darm-Erkrankungen

Atemtest zur Diagnose einer Fructoseintoleranz

Am besten kann die Fruchtzuckerunverträglichkeit über einen Atemtest nachgewiesen werden. Wie bereits beschrieben, gelangt der Fruchtzucker bei Menschen mit Fructoseintoleranz in den Dickdarm, wo er unter anderem zu Wasserstoff verarbeitet wird. Dieser verursacht nicht nur einen Teil der Symptome wie zum Beispiel Blähungen, sondern gelangt über die Darmschleimhaut in die Lunge und wird anschließend ausgeatmet. Beim Atemtest muss der Betroffene eine Fruchtzucker-Wasser-Lösung auf leeren Magen trinken. Anschließend wird im Abstand von jeweils 30 Minuten mehrmals sein Atem gemessen. Liegen die Wasserstoffwerte über 10 ppm, gilt eine Fructoseintoleranz als wahrscheinlich.