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Vor dem 11.09.2001 war es nicht mehr relevant, über die Pockenimpfung zu schreiben. Die Pocken sind ausgerottet. Die angstschürende
Berichterstattung der Medien, über einen zu befürchtenden Terroranschlag mit Biowaffen, bringt der Bevölkerung die ängstliche Frage ins Bewusstsein, dass die Impfstoffversorgung nicht gewährleistet wäre. Die Frage des Nutzen einer
Pockenimpfung wird nicht diskutiert. Der Bevölkerung wird von vorn herein suggeriert, dass es fraglich ist, ob der Impfstoff, wenn nötig, überhaupt ausreichend zur Verfügung steht. Mit dieser psychologischen Webemaßnahme wird die
Bereitschaft einer Pockenimpfung zuzustimmen vorbereitet, bevor noch die Notwendigkeit einer solchen Maßnahme gegeben ist. So hören wir am Freitag den 1. November 2002 in den Tagesthemen von Sigurd Peters, Senatsverwaltung für
Gesundheit Berlin: "Wir haben zur Zeit nur Impfstoff für sechs Millionen Bürger, und wenn jetzt ein Pockenfall in Deutschland auftreten würde, würde man diesen Impfstoff dafür nehmen, um sogenannte Riegelungs-Impfungen
durchzuführen, das heißt in erster Linie die Kontaktpersonen, also auch Pflege- und Hilfspersonal zu impfen." Durch diese Art der Berichterstattung wird der Bevölkerung suggeriert, es würde ihr eine Vorsorgemaßnahme, welche
die Bedrohung für Leib und Leben erfolgreich abwenden könnte, vorenthalten. In der Ärztezeitung vom 23.10.02 liest der sich informierende Bürger: „Wegen schwerer Nebenwirkungen warnen Ärzte vor Pockenimpfstoffen. Zum Schutz vor
Bioterrorismus hat die Bundesregierung 24 Millionen Dosen Pockenimpfstoffe gekauft. US-Ärzte haben jetzt erneut vor den Risiken dieser alten Vakzinen gewarnt. Allerdings gibt es zu den alten Impfstoffen heute keine Alternativen.“
Am 18.10.02 teilt die Ärztezeitung mit: „Risiken durch Pockenvakzine. Bei der Verwendung alter Pocken-Impfstoffe zur Bioterror-Vorsorge können Ungeimpfte mit den Vaccinia-Viren angesteckt werden, warnen US-Ärzte.“ Am 10.10.02
berichtet die selbe Zeitung: „In Großbritannien werden Hunderte britische Ärzte, auf Anweisung des Londoner Gesundheitsministeriums vorsorglich gegen Pocken geimpft, um das Land auf einen möglichen Bio-Terrorangriff vorzubereiten.“
Wie schnell in der medizinischen Wissenschaft alte Erkenntnisse vergessen werden, zeigt die Vorherrschaft der Britischen Regierung, das medizinische Personal mit der Pockenimpfung schützen zu wollen. Waren es doch 1928 die
Briten, die als erste Nation im British Medical Journal verkündeten, dass die Sterblichkeitsrate bei geimpften Pockenerkrankten in Wales 1923 und 1926 höher waren, als bei den Ungeimpften. Diese Meldung löste eine lebhafte
Diskussion aus. Anfang des 20. Jahrhunderts war in der britischen Presse zu lesen, die Anti-Impfpresse unsauber arbeitet und man die fünffache Sterberate der geimpften Pockenerkrankte aus dem Zusammenhang gerissen hätte. Dr. L. A.
Parry, ein Dr. Buchwald Anfang des 20. Jahrhunderts in England, fasste aufgrund der Diskussion zusammen: Der Pocken-Impfstatus der Bevölkerung in England lag 1870 bei 85 %. 1925 lag der Impfstatus bei 40 %. Die Pockenerkrankungen
und die Pockensterblichkeit gingen enorm zurück. Er warf die Frage auf, wie es komme, dass in den best durchgeimpften Städte wie Bombay und Kalkutta die schwersten Pockenerkrankungen vorkommen. Die WHO teilt am 22.01.02
beruhigend mit, dass die Vernichtung des letzten Pockenstammes, die für das Jahr 2002 vorgesehen ist, aufgeschoben wird. Werbewirksam und angstschürend strahlen Fernsehsender Doku-Fiction über das brisante Thema eines
Terroranschlages mit Pockenvakzine aus. Diese Sendungen sind so realistisch aufgebaut und mit Interviews versehen, dass der Zuschauer, der durchschaltet, den Charakter der Fiction nicht erkennen kann. Sollte der
Bio-Terror-Anschlag nicht kommen, was wir ja alle hoffen, was passiert dann mit den Pockenimpfstoffen? Was werden die Verantwortlichen des Gesundheitswesens entwickelt, um die Pockenimpfstoffe wieder los zu werden? Wir dürfen
darauf gespannt sein. Dez. 2002 Veronika Widmer |
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arznei – telegramm 2002: Jg 33 Nr. 12 Jetzt gegen Pocken impfen Sollte man in Anbetracht der aktuellen Drohung
eines eventuellen Pockenanschlags auf Deutschland erwägen, wieder gegen Pocken zu impfen? Vorteil: Die per se nicht ganz unproblematische Impfung doch lieber in Ruhe rechtzeitig in gesundem Zustand vorzunehmen.
Dr. med. R Goltermann (Facharzt für Allgemeinmedizin) D-60326 Frankfurt / M Interessenskonflikt: Keiner 1997 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Welt für pockenfrei erklärt. Zu Beginn der 80er Jahre wurde die
Impfung mit Lebendvakzine eingestellt, in vielen Ländern schon früher. Studienbelege zur Schutzimpfung der damaligen Impfung finden wir nicht. Nach einmaliger Impfung soll ein zuverlässiger Schutz nur etwa drei bis fünf Jahre
bestehen, nach erneuter Impfung auch beträchtlich länger. Testeffekte nach Jahrzehnten scheinen möglich. Die Impfung geht mit hoher Komplikationsrate einher und kann schwere auch bleibende Gesundheitsschäden auslösen.
Betroffen ist meist das ZNS, insbesondere bei Erstimpflingen. Gefürchtet sind Meningitis, postvakzinale Hautreaktionen u.a. Die Entwicklung eines wahrscheinlich besser verträglichen Impfstoffes auf der Basis des modifizierten
Vakzinevirus Ankara wurde in den 70er und 80er Jahren nicht zur Marktreife gebracht, da sie mit dem Ende der Pockenära zusammenfiel. Pocken wurde durch Tröpfcheninfektion und Schierinfektion übertragen (Inkubationszeit 7 bis
19 Tage; hohe Infektiosität ab erstem Fieberanstieg bis zum Abfallen der letzten Kruste) Die Infektion könnte sich bei weitgehend fehlenden –Impfschutz rasch ausbreiten. Eine Pockenvakzine ist in Deutschland derzeit nicht
zugelassen und daher nicht im Handel erhältlich. Individuelle Maßnahmen sind somit nicht möglich. Als reine präventive Maßnahme lassen sich mit der derzeitigen z.B. auf Tierhaut hergestellten Vakzine nicht rechtfertigen: Ohne
konkrete unmittelbare Infektionsgefahr erscheit uns die Abwägung von nutzen und Schaden negativ. Dabei spricht nicht nur die schlechte Verträglichkeit, insbesondere bei Patienten mit entopischer Dermatitis oder Immunschwäche
dagegen, sondern auch die Gefährdung durch kontraktinfektion (contact vaccina).Die Impfung wird heute insgesamt wahrscheinlich sogar schlechter vertragen, da die Prägvalenz von atopischen Dermatitiden und Erkrankungen mit
Immunschwäche – also Risikofaktoren für schwere Reaktionen auf Pockenimpfungen – beträchtlich zugenommen hat. Die Bundesregierung hat im November 6 Millionen Dosen eingekauft, die für 24 Millionen Menschen reichen sollen.
Weitere 11 Millionen Vakzine sind bestellt. Die eingelagerten Impfstoffe sollen im Bedarfsfall über spezielle Impfstellen für die Massenimpfung bzw. Riegelimpfungen nach Erregerkontakt zugänglich gemacht werden. Dann ist allerdings
Eile angesagt. Es muss innerhalb von vier Tagen nach Virensexposition geimpft werden. |
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Nürnberger Zeitung, 24.11.2002 Terrorangst überwiegt alle Bedenken Pockenimpfung in USA Terrorangst
überwiegt alle Bedenken WASHINGTON (dpa). — Seit über 20 Jahren sind die Pocken ausgerottet. Doch die Angst, dass Terroristen die alte „Geißel der Menschheit“ als Waffe einsetzen könnten, hat die US-Regierung jetzt zu einem
radikalen Kurswechsel bewogen. Hin und her gerissen zwischen der Angst vor einem Biowaffenangriff und den Risiken der Impfung, entschloss sich Präsident George W. Bush, allen Amerikanern, die Impfung auf freiwilliger Basis
anzubieten. In den vergangenen Wochen war Bush zunehmend zu dieser Entscheidung gedrängt worden. Senator Bill Frist warnte, dass die Gefahr einer Pockenepidemie in den USA wachse. In Anspielung auf die Irakkrise sagte Frist, die
Gefahr eines Angriffs mit Pockenviren sei heute größer als noch vor Wochen. Ganz im Sinne dieser Warnung soll bereits in den kommenden Tagen und Wochen mit der Impfung von bis zu 500 000 Soldaten begonnen werden, die für einen
Krieg gegen den Irak vorgesehen sind. Dann kommen die Menschen in der Heimat dran: bis zu zehn Millionen Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden und Notfalldienste. Frühstens im Jahr 2004 könnte die Pockenimpfung dann der gesamten
amerikanischen Bevölkerung angeboten werden. Im Weißen Haus wurde jedoch betont, dass Schutzimpfungen allein auf freiwilliger Basis geplant seien. Beobachter vermuteten, dass sich die Regierung nicht der Gefahr aussetzen wolle,
verklagt zu werden. Schließlich ist das Risiko einer Pockenimpfung immer noch höher als bei fast allen anderen Schutzimpfungen. Mediziner skeptisch So treten bei 1000 von einer Million Geimpften gesundheitliche
Probleme auf, 15 können bleibende Schäden behalten, und einer bis zwei sterben an den Folgen der Impfung. Vor allem für Schwangere, Kinder unter einem Jahr und Menschen mit geschwächtem Immunsystem ist die Impfung nicht ratsam. Bei
42 von einer Million Kindern treten Gehirnschwellungen auf, die zu Behinderungen oder zum Tod führen können. Tatsächlich halten viele Gesundheitsexperten die Nebenwirkung einer Pockenimpfung für ein größeres Risiko als einen
möglichen Terroranschlag. Zudem verweisen sie darauf, dass im Falle eines Angriffs noch genügend Zeit für Schutzmaßnahmen bleibe. So ist die Impfung noch mehrere Tage nach einer Infektion wirksam. Doch in der Mehrheit der
amerikanischen Bevölkerung überwiegt die Angst vor den Pocken, die noch im 18. Jahrhundert allein in Europa 60 Millionen Menschen dahinrafften. In Umfragen erklärte bis zu 70 Prozent der Befragten, sie würden sich impfen
lassen.
Thomas Müller |
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Washington Post 5. Dez. 2002 In den USA wurden Studenten der Universität Baylor Testimpfungen unterzogen. Laut Meinung der Forscherin Kathy Edwards waren die Studenten, die geimpft
wurden gesund. Nach der Pockenimpfung kam es allerdings zu heftigen Reaktionen, wie: Stark geschwollene Arme an der Impfstelle; Fieber; geschwollenen Lymphdrüsen; Ausschläge, nicht auf die Impfstelle begrenzt;
Antibiotika-Behandlungen nach der Impfung sind nicht selten notwendig. In einer Studie in Maryland an ältere Menschen, welche das zweite Mal gegen Pocken geimpft wurden, hatte gezeigt, dass diese durchweg leichtere
Impfreaktionen zeigten. Ärzte, die mit den Impfaktionen und den Studien betreut wurden, zeigten sich von dem Impfreaktionen erschreckt. Dennoch schein der Präsident der Vereinigten Staaten nicht von seinen Plänen abzurücken,
die amerikanische Nation mit der Pockenimpfung vor einem eventuellen Anschlag mit biologischen Waffen zu schützen. In den kommenden Monaten sollen 11 Millionen Amerikaner geimpft werden. Die statistische Hochrechnung gibt an, dass
bei einer Million geimpfter Menschen mit 15 bis 52 lebensbedrohliche Impfkomplikationen und ein bis zwei Todesfällen zu rechnen ist. Das amerikanische Impfprogramm sieht vor, mit dem klinischen Personal zu beginnen. Später
sollen Polizisten, Feuerwehrleute und Soldaten geimpft werden.
(stark gekürzter Bericht über den Artikel Alexandra Widmer) |
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Köllner Stadtanzeiger, 12.12.2002 USA planen Pockenimpfung - Start bereits nächste Woche Washington - Als
Vorbeugung gegen einen möglichen Angriff mit biologischen Waffen hat US-Präsident George W. Bush die Wiederaufnahme von Pockenschutzimpfungen beschlossen. Bush werde den Beginn des Impfprogramms an diesem Freitag ankündigen,
verlautete am Donnerstag aus dem Weißen Haus. In einer ersten Phase soll bereits in der kommenden Wochen mit der Impfung von bis zu 500 000 Soldaten begonnen werden, die im Persischen Golf stationiert werden könnten, berichtete die
"Washington Post". In einer zweiten Phase könnten dann bis zu zehn Millionen Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden und Notfalldienste immunisiert werden, die im Falle eines Terrorangriffs mit den Pockenviren in Kontakt
kommen könnten. Frühstens im Jahr 2004 könnte die Pockenimpfung der Bevölkerung angeboten werden. Dies werde allerdings auf freiwilliger Basis beruhen, erklärte Bush in einem Interview. Gesundheitsexperten äußerten Bedenken. Nach
ihrer Ansicht stellen die Nebenwirkung einer Pockenimpfung ein größeres Risiko dar als ein möglicher Terroranschlag. So würden durchschnittlich bei 1000 von einer Million Geimpften gesundheitliche Probleme auftreten, 15 behielten
bleibende Schäden und 1 bis 2 würden an den Folgen der Impfung sterben, berichteten Mediziner. Die Pocken wurden 1980 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als ausgerottet erklärt. Die USA hatten ihr Pocken-Impfprogramm bereits
acht Jahre zuvor eingestellt. Umfragen zeigen, dass viele Amerikaner bereit wären, sich trotz der gesundheitlichen Risiken impfen zu lassen. (dpa) |
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M E D I Z I N – Ärzteblatt – 19.12.2002 New Scientist: Todesfälle durch Massenimpfung gegen Pocken
LONDON. Der Plan der US-Regierung, sukzessive große Teile der Bevölkerung gegen Pocken zu impfen, stößt bei
Wissenschaftlern auf Skepsis. Während unklar ist, ob die Impfung notwendig ist, sagt der New Scientist eine Reihe von Todesfällen infolge der Impfkampagne voraus. Nach Studien aus den 60er-Jahren sei pro Million Geimpfter mit 14
bis 52 „lebensbedrohlichen“ Komplikationen zu rechnen und mit ein bis zwei Todesfällen pro Million Geimpfter. Der New Scientist glaubt, dass diese Zahlen die Impfrisiken noch unterschätzen. Er verweist auf die Erfahrungen, die
jüngst in Israel nach der Impfung von Gesundheitspersonal gemacht worden sind. Von 1 500 Geimpften erlitt einer eine schwere Nebenwirkung. Die Fallzahl sei zwar zu gering für sichere Schlussfolgerungen, die Erfahrungen seien jedoch
kaum ermutigend. Anders als die US-Bevölkerung handelte es sich bei den Israeli um eine Auffrischung von Vakzinierten, bei denen mit einer geringeren Rate von Komplikationen zu rechnen sei. Außerdem wurde die Lister-Vakzine
verwendet, welche weniger Nebenwirkungen verursache als der US-Impfstamm. Beunruhigend sei auch, dass es heute infolge von Aids, Krebstherapien oder Organtransplantationen wesentlich mehr Menschen mit Immunschwäche gebe als in den
60er-Jahren. Diese Menschen werden zwar nicht geimpft, sie können sich jedoch bei anderen Menschen mit Vaccinia anstecken und dann schwerst erkranken. Die Inzidenz der Vaccinia-Übertragungen betrug in den 60er-Jahren etwa 30
pro Million Geimpfter. Die einzige Behandlung einer Vaccinia besteht in der Gabe von Vaccinia-Immunglobulin (VIG), doch die Chargen stammen aus dem Jahr 1995 und können wegen Verfärbungen nicht mehr eingesetzt werden. Bis Januar
werde es aber nur 2 700 Dosen eines frisch hergestellten Präparates geben. Das VIG sei nicht indiziert für eine schwere Hirnentzündung infolge einer Vaccinia. Auch die Wirksamkeit von Cidofovir, der einzigen antiviralen
Substanz gegen Pocken, schätzt der New Scientist als zweifelhaft ein. /rme
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Schwäbische Zeitung 17. Januar 2003 Kreis Ravensburg – wenn tatsächlich Bioterroristen einen Anschlag mit Pockenviren verüben und es in Deutschland zu einem Krankheitsfall kommt, soll die gesamte
Bevölkerung geimpft werden. Und zwar innerhalb von fünf Tagen. Allein im Landkreis Ravensburg wären das 270000 Menschen. Ein riesiger logistischer Aufwand. Zuständig vor Ort wären die Krankenhäuser und Gesundheitsämter. Im
Landratsamt Ravensburg weiß man aber noch nichts Näheres, ob, wann und wie eine solche groß angelegte Impfaktion der ganzen Bevölkerung von satten gehen soll. „Bislang gibt es zu diesem Thema noch gar nichts zu vermelden; das
heißt es gibt weder Dienstanweisungen, Empfehlungen, Vorgaben oder was auch immer. Nicht einmal ein Gerücht, dass demnächst etwas dieser Art kommen könnte“, äußert sich Landratsamts-Pressesprecher Franz Hirth zu dieser Frage.
Allerdings werde jemand vom Gesundheitsamt demnächst ein Seminar zu diesem Thema besuchen. „Wohlgemerkt nur ein Seminar.“ Im Regierungspräsidium Tübingen, der nächsthöheren Behörde, hat man sich hingegen schon eingehend Gedanken
gemacht, wie Pressesprecherin Grit Puchan bestätigt: „Wenn so etwas kommt, dann mit einer Impfpflicht.“ Das heißt : Jeder Mensch, auch eingefleischte Impfgegner, muss sich impfen lassen. Notfalls würden Impfunwillige sogar von der
Polizei abgeholt. „Aber wahrscheinlich ist eher der umgekehrte Fall. Wenn es tatsächlich zu einem solchen Anschlag kommt, wollen sicher die meisten direkt am ersten Tag geimpft werden. Dann müssen wir die Menschen überzeugen,
dass der Schutz auch noch am dritten Tag ausreichend ist, selbst wenn es schon einen Krankheitsfall in der Familie geben sollte“, erläutert die Pressesprecherin des Regierungspräsidenten weiter. Ausgenommen seien dann lediglich
Menschen, bei denen eine Kontraindikation vorliegt. Also gravierende medizinische Gründe, die gegen eine Impfung sprechen: eine Schwangerschaft oder HIV-Infektion zum Beispiel. Impfungen würden wohl in Schulturnhallen und
ähnlichen Orten stattfinden, mit ausreichend Parkplätzen. „In Baden-Württemberg werden dann 4800 Ärzte benötigt, 45000 sonstige Kräfte und 400 Impfstellen, eine pro 25000 Einwohner.“ Das wären 11 im Landkreis Ravensburg. Seit
November würden bereits Schulungen für medizinisches Personal stattfinden, bei denen auch die Impftechnik neu eingeübt wird. „Wir müssen für den Ernstfall vorbereitet sein und bauen gerade die Strukturen auf“, sagt Puchan.Sie
selbst gehört noch zu denen, die Anfang der 70er Jahre geimpft wurden, obwohl das ja heute auch keinen ausreichenden Schutz mehr bietet. „Aber es beruhigt wenigstens ein bisschen.“ Pressestelle des Regierungspräsidiums Tübingen Pressesprecherin: Grit Puchan Telefon: 0 70 71 / 7 57 - 30 05 Telefax: 0 70 71 / 7 57 - 9 30 05 e-mail: grit.puchan@rpt.bwl.de
Hubert Wicker Regierungspräsident |
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Forus online 18.01.03 Deutschland rüstet sich für Pocken-AngriffZ
um Schutz gegen einen möglichen Terror-Angriff mit biologischen Waffen stellt die Bundesregierung Pocken-Schutzimpfungen für die gesamte Bevölkerung sicher. Bund und Länder sollen bis zum Jahresende über 100 Millionen Impf-Dosen verfügen, wie Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) am Mittwoch nach Beratungen des zuständigen Bundestagsausschusses berichtete.
Mehr als zwei Drittel des Impfstoffes sollen laut Schmidt bereits zum 1. April zur Verfügung stehen. Die letzten 34 Millionen Dosen sollen anschließend beschafft und von den Ländern bezahlt werden. Obwohl derzeit niemand von
einer realen Gefährdung ausgehe, könne man einen Angriff in der Zukunft nicht ausschließen und man wolle auf alles vorbereitet sein. „Wir hoffen alle, dass wir niemals gezwungen sein werden, den Impfstoff einzusetzen“, sagte die
Ministerin. Ein Impfprogramm soll in dem Moment anlaufen, wenn irgendwo auf der Welt ein erster Fall der Erkrankung auftritt und man von einem Terror-Akt ausgehen kann. Immunisiert werden dann zuerst das Impfpersonal,
Mitarbeiter der Gesundheitsdienste und schließlich die gesamte Bevölkerung. Schulungen zum Erkennen der Pockenerkrankung und zum Impfen seien bereits erfolgt.
Über die Kosten der Impfstoffbeschaffung wurde nichts verraten. Inoffiziell werden sie mit 160 Millionen Euro angegeben. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts trat der letzte bekannte natürliche Pockenfall 1977 in Somalia auf.
1979 waren die Pocken nach einer langwierigen weltweiten Impfaktion von der Weltgesundheitsorganisation offiziell für ausgerottet erklärt worden. Vereinbart wurde seinerzeit, alle verbliebenen Bestände des Virus zu zerstören oder
in eins der beiden Sicherheitslabors in den USA oder in der ehemaligen Sowjetunion zu bringen. Es bestehen jedoch Zweifel, dass die Forderung eingehalten wurde. Man geht davon aus, dass sich Pockenviren im Besitz des irakischen
Diktators Saddam Hussein befinden, die von ihm als biologische Waffe eingesetzt werden könnten. http://news.focus.msn.de/G/GN/gn.htm?snr=115607&streamsnr=7 P O L I T I K
Pockenschutz auch mit GewaltS
ollte es in Deutschland durch Bio-Terror zu einem Pockenausbruch kommen, wird jeder Bürger auch gegen seinen Willen geimpft. Wie FOCUS berichtet, heißt es im vertraulichen Konzept des nationalen Pockenalarmplans, für diesen Fall sei eine „generelle Impfpflicht notwendig“. Der Alarmplan bezieht sich ausdrücklich auf das neue Infektionsschutzgesetz. Dort „ermächtigt“ Paragraf 20, Absatz sechs, das Bundesgesundheitsministerium zu dieser Einschränkung des Grundrechts auf körperliche Unversehrtheit. Bayerns Gesundheitsminister Eberhard Sinner (CSU) sagte FOCUS, er halte eine „Impfpflicht“ bei einem Pockenausbruch in Deutschland für „unumgänglich“. Nur so sei eine Durchimpfung in „vier bis fünf Tagen“ möglich. „Und viel mehr Zeit bleibt uns nicht, wenn der Pockenfall eintritt“, so Sinner. Wie FOCUS weiter berichtet, hatte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) in einer Sitzung des Haushaltsausschusses am 13. November laut Protokoll erklärt: „Es ist davon auszugehen, dass Staaten wie Nordkorea oder Irak über Virenstämme verfügten, weshalb es eine potenzielle Bedrohung gebe.“ Die Gefahr, „dass sich jemand selbst infizieren könnte, um als Selbstmordattentäter zu fungieren“, sei nicht auszuschließen. Ein Ministerialdirektor aus Schmidts Behörde wird im Protokoll mit der Einschätzung zitiert, schon wenn zwanzig mit Pocken infizierte Terroristen „über deutsche Flughäfen einreisten und durch Fußballstadien oder die Gemeinden zögen“, seien lokale Impfungen „nicht mehr ausreichend“.
http://news.focus.msn.de/G/GN/gn.htm?snr=115698&streamsnr=7 |
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Veröffentlichter Leserbrief / 22.01.03 Neue Presse, Passau
Pocken-Alarmplan schreibt für Notfall Zwangsimpfung vor In der Bundesrepublik Deutschland gibt es keine Impfpflicht. Laut Seuchenschutzgesetz besteht jedoch die Möglichkeit, daß im Falle einer epidemischen
Ausbreitung einer Krankheit das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit außer Kraft gesetzt werden kann. Dies bedeutet, daß eine Zwangsimpfung im Sinne einer Schutzimpfung möglich ist. Die Pockenimpfung zählt jedoch nicht zu den
Schutzimpfungen. Nach Angaben der Ärztezeitung handelt es sich bei den für den Ernstfall vorgesehenen Pockenseren um keine zugelassenen Impfseren. Jeder weiß, daß nur geimpft werden darf, wenn der Impfling gesund ist. Wie
möchte die Bundesregierung eine Durchimpfung der gesamten Bevölkerung mit jeweiliger gründlicher Voruntersuchung in nur 5 Tagen erreichen? Prof. Dr. med. Reiner Thomsen von der Gesellschaft für Virologie, Universität Göttingen
listet einige der insgesamt 65 schweren Erkrankungen als Folgen von Pocken-Impf-Nebenwirkungen auf: Entzündungen des Gehirns, Lungenentzündungen, Durchfallerkrankungen. Angeblich sollen diese Nebenwirkungen durch einen zweiten
Impfstoff aufgefangen werden. Eine Million Impfdosen hat die Bundeswehr bei dem dänischen Hersteller bislang bestellt. Restbestände aus den 60er Jahren wurden hierfür ebenfalls in den USA mobilisiert. Hier entfällt wohl das
Haltbarkeitsdatum. |
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Leserbriefe,
an das Oberbayrische Volksblatt |
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an die Schwäbische Zeitung und das Regierungspräsidium Tübingen |
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