Neben der medikamentösen Behandlung der verschiedenen Diabetes-Typen spielt die Umstellung der Ernährung eine entscheidende Rolle. Die Zusammensetzung der Lebensmittel bei Diabetes entspricht in etwa einer ausgewogenen Mischkost. Als Behandlungsziel der Ernährungsumstellung dient primär eine Lebensstiländerung und Gewichtsreduktion. Da Diabetiker ein gesteigertes Risiko auf erhöhte Blutfettwerte haben, sollte der Fettanteil in der Nahrung möglichst gering sein. Um Insulinspitzen und ein Fortschreiten der Krankheit und somit die unangenehmen Symptome von Diabetes zu verhindern, sind genaue Kenntnisse der Lebensmittelinhaltsstoffe und deren Wirkung auf den Insulinspiegel von äußerster Wichtigkeit.

Kohlenhydrathaltige Lebensmittel bei Diabetes

Lebensmittel bei Diabetes Zucker

Ausgewogene Ernahrung bei Diabetes ist ein wichtiger Teil der Therapie (c) iStock.com / lola1960

Oft herrscht das Vorurteil, dass Diabetiker überhaupt keine Kohlenhydrate und damit Zucker zu sich nehmen dürfen. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft empfiehlt jedoch einen Anteil von 45 bis 60 Prozent der Gesamtzufuhr. Unterschieden werden Lebensmittel bei Diabetes die einen hohen glykämischen und einen niedrigen glykämischen Index (auch GLYX, GI) haben. Der glykämische Index sagt aus, wie schnell ein Lebensmittel bei Diabetes den Blutzuckerspiegel erhöht. Weißmehlprodukte weisen beispielsweise einen sehr hohen glykämischen Index auf und sollten daher mit Vorsicht und geregelt genossen werden. Ballaststoffreiche Lebensmittel bei Diabetes, wie etwa Vollkornprodukte und Chia-Samen, erhöhen dagegen nur langsam den Blutzuckerspiegel. Idealerweise sollte der Ballaststoffanteil bei etwa 40g am Tag liegen. Diese Tabelle zeigt schematisch die Unterschiede zwischen kohlenhydrathalteigen Lebensmitteln nach ihrem glykämischen Index (Quelle: www.ddb-bw.de)

Lebensmittel bei Diabetes Diagramm GL

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Die Zufuhr von reinen Zuckern (Glucose, Fructose usw.) ist mit etwa 10 Prozent der Gesamtkalorien und einer Maximalmenge von 50g am Tag erlaubt. Wer darüber hinaus Gelüste auf Süßes verspürt, kann Lebensmittel bei Diabetes mit Süßstoffen versehen. Natürliche Süßstoffe sind vorzuziehen. Dazu zählen etwa Thaumatin und Stevia. Thaumatin wird aus der Katamfe-Pflanze gewonnen und ist etwa 2000-3000 mal süßer als Zucker. Bedeutsamer Vorteil von Thaumatin ist, dass es keine Auswirkung auf den Insulinspiegel hat. Auf gesüßte Getränke und spezielle Diabetikerprodukte ist zu verzichten. Letztere dürfen seit Oktober 2012 auch nicht mehr in Deutschland in den Verkehr gebracht werden.

Fette und Eiweiße

Lebensmittel bei Diabetes Vollkornprodukte

Vollkornprodukte erhöhen langsam den Blutzuckerspiegel (c) iStock.com / robynmac

Die Fettaufnahme sollte laut Ernährungsempfehlung 35 Prozent des Gesamtanteils der Lebensmittel bei Diabetes nicht überschreiten. Auf fette Wurst, Käse und Kuchen sollte verzichtet werden. Bei Ölen und Fetten sollte auf einen hohen Anteil an einfach ungesättigten Fettsäuren geachtet werden. Diese sind in hohen Anteilen z. B. in Olivenöl enthalten. Tierische, mehrfach ungesättigte und gesättigte Fettsäuren sind zwar im Umfang von etwa 10 Prozent an der Gesamtenergie der Lebensmittel bei Diabetes erlaubt, sollten dennoch in geringen Maßen verzehrt werden.

Bei der Eiweißaufnahme muss zwischen Menschen mit und ohne Nierenschädigung unterschieden werden. Bei einer Nierenerkrankung darf die tägliche zugeführte Eiweißmenge der Lebensmittel bei Diabetes nicht 0,8g/kg Körpergewicht überschreiten. Bei gesunden Nieren kann der Anteil etwa 10 – 20 Prozent an der Gesamtkalorienmenge betragen.

Alkohol bei Diabetes

Da Alkohol die Freisetzung von Glukose in der Leber beeinträchtigt und damit den Glukosespiegel senkt, besteht bei Diabetikern eine latente Gefahr einer Hypoglykämie. Daher sollten Diabetiker beim Genuss von Alkohol auf eine ausreichende Zufuhr von Kohlenhydraten achten. Bei Männern liegt die empfohlene maximale Tagesmenge bei etwa 20g Alkohol pro Tag, was in etwa einer Flasche Bier entspricht. Bei Frauen liegt der Wert bei 10g pro Tag.

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