Mehr als ein Drittel aller Deutschen leidet regelmäßig unter Nackenschmerzen. Bevor das Zervikal Syndrom oder das Nacken-Schulter-Arm-Syndrom ärztlich zu behandeln ist, können einfache Hausmittel Abhilfe schaffen. Dieser Beitrag beleuchtet Ursachen von Nackenschmerzen und zeigt auf, was Betroffene selbst gegen das Zervikozephale Syndrom tun können.

 

Wodurch entstehen Nackenschmerzen?

Nackenschmerzen machen sich durch ein Ziehen zwischen den Schulterblättern bemerkbar, vereinzelt ist dies bis hin zur Brustregion spürbar. Das Ziehen ist oft mit einem Muskelkater vergleichbar, der bis in den Hinterkopf ausstrahlt.
In den meisten Fällen entstehen die Schmerzen aufgrund von Muskelkrämpfen und Verspannungen im Halsbereich. Dadurch ist oftmals der Schulter- und Nackenbereich mit betroffen.

Weitere Ursachen von Nackenschmerzen können sein:

  • Erkältungen
  • Muskelzerrung
  • kühle Brise („Zug abbekommen“)

Darüber hinaus gehören auch psychische Auslöser zu den verschiedenen Ursachen dieser Schmerzen im Halsbereich. Vor allem bei seelischer Anspannung ist die Gefahr groß, dass sich auch die Muskeln verspannen.
 

Die Halswirbelsäule als Ursache für Nackenschmerzen

Ein oftmals nicht beachteter Grund für unangenehme Nackenschmerzen ist, dass die menschliche Halswirbelsäule sehr anfällig für Beschwerden ist. Aufgrund hoher Beweglichkeit dieser sind die Wirbelgelenke akuten mechanischen Belastungen und einer stärkerer Abnutzung ausgesetzt.

Halten die Beschwerden länger als drei Monate an, sprechen Mediziner von chronischen Nackenschmerzen. Wird der gesamte Hals- und Schulterbereich steif und lässt sich lediglich unter Schmerzen bewegen, lautet die Diagnose „steifer Nacken“.

Regelmäßige Lockerungsübungen können dabei unterstützen, leichte Schmerzen dieser Art zu beseitigen:

  • Armkreisen in beide Richtungen
  • Schulterkreisen
  • Schulterheben
  • sanfte Dehnung zur Seite und nach hinten

Die einzelnen Schritte sind circa fünf bis zehn Mal hintereinander auszuführen. Es ist empfehlenswert, diese zur gezielten Prävention in regelmäßigen Abständen (beispielsweise einmal pro Arbeitstag) durchzuführen.

 

Die Halswirbelsäule als Ursache für Nackenschmerzen

Zu irgendeinem Zeitpunkt des Lebens hat fast jeder einmal mit Nackenschmerzen zu kämpfen. Extrem häufig betroffen sind vorrangig Personen, die monotonen Beschäftigungen in einer einzigen Körperposition nachgehen. Hierzu gehört beispielsweise die stundenlange Schreibtischarbeit. Aber auch eine falsche Schlafposition beziehungsweise ungünstige Matratzen oder Bettwaren können Verspannungen im Nackenbereich auslösen. Bestimmt Berufsgruppen sind sehr häufig von diesen Beschwerden betroffen:

  • Personal mit sitzenden Tätigkeiten am Schreibtisch
  • Berufsgruppen, die lange im Auto sitzend unterwegs sind

Nackenschmerzen und -verspannungen

Nackenschmerzen belasten häufig Menschen, die einen Bürojob ausüben. (c) iStock.com / South_agency


Welche Folgen können Nackenschmerzen haben?

Es empfiehlt sich, die Ursachen für Nackenbeschwerden nach Möglichkeit zu identifizieren, um diese gezielt behandeln zu können. Vielleicht steckt lediglich eine harmlose Fehlhaltung oder Ähnliches hinter den Beschwerden. Werden die Auslöser von Nackenschmerzen nicht erkannt und beseitigt, besteht die Gefahr, dass sich Folgeschäden entwickeln:

  • Kopfschmerzen
  • Migräne
  • Entzündungen
  • Bandscheibenprobleme

Folgeschäden sind nicht nur unangenehm. Vielmehr beeinflussen sie die Lebensqualität negativ. Dies muss jedoch nicht sein: Schon vor dem Griff zu Medikamenten lassen sich etwa mithilfe von Hausmittelchen Kopfschmerzen effektiv bekämpfen.

 

Wie leichte Nackenschmerzen selbst lindern?

Physiotherapeuten betonen, dass der Nacken andere Übungen benötigt als der Rücken. Handelt es sich um leichte Schmerzen im Nackenbereich, ist oftmals eine verspannte Muskulatur Auslöser hierfür. Um gegen die Schmerzen vorzugehen, eignen sich folglich sanfte Massagen. Dies können Betroffene selbst oder auch Partner durchführen. Sollten die Beschwerden akut sein, empfiehlt es sich, professionelle Massagen in einer Physiotherapie in Anspruch zu nehmen. Besonders hilfreich sind dabei auch Wärmepflaster und Schmerzgels aus der Apotheke.

 

Wann bei Nackenschmerzen ein Arzt aufsuchen?

Neben den oben aufgeführten Ursachen entstehen Nackenschmerzen beispielsweise auch als Folge von Schleudertraumata, Wirbelsäuleninstabilität oder Wirbelkörperbrüchen nach einem Autounfall. Tatsächliche Ursachen für diese Schmerzen kann jedoch der Halswirbelknochen oder die Bandscheibe sein. Weitere ernsthafte Ursachen von Beschwerden im Nackenbereich sind in seltenen Fällen:

  • Tumore/Metastasen in der Nähe der Wirbelsäule
  • rheumatische Erkrankungen (Morbus Bechterew, Rheumatoide Arthritis)
  • neurologische Krankheiten (Läsionen des Rückenmarks, Nervenlähmung)
  • Entzündungen (Spondylodiszitis, Spondylitis)

Entsprechend ist nach Stürzen oder anderweitigen Unfällen mit nachfolgenden Schmerzen im Nackenbereich unbedingt ein Arzt zu konsultieren. Dies gilt auch dann, wenn die Beschwerden nicht vergehen beziehungsweise immer wieder auftreten. Hier ist eine ärztliche Diagnose notwendig, um möglichen Folgeschäden gezielt vorzubeugen.