Neurodermitis ist eine zumeist harmlose Hauterkrankung, aber unangenehm – entsprechend beliebt sind Hausmittel, um sie in den Griff zu bekommen. Gerade der lästige Juckreiz, der die meisten Betroffenen quält, lässt sich so gut lindern. Doch welche Mittel sind geeignet? Und was sollten Betroffene dabei beachten? Hier ein Überblick über sanfte Heilpflanzen und andere Möglichkeiten der Behandlung des Ausschlags.

Neurodermitis: Was ist das überhaupt?

Neurodermitis-Juckreiz-Hautkrankheit

Juckreiz gehört zu den häufigsten Symptomen einer Neurodermitis. (c)iStock.com/dolgachov

Bis zu 20 Prozent der Deutschen leiden darunter: Neurodermitis ist zwar nicht gefährlich, aber ungemein lästig und unangenehm. Die Erkrankung der Haut geht üblicherweise mit Ausschlag und Juckreiz einher, das Hautbild ist zudem meist sehr trocken. Gleichzeitig sind auch nässende Bläschen möglich. Die Ursachen für die Neurodermitis sind nicht bekannt. Begünstigende Faktoren können allerdings neben Allergenen auch Überempfindlichkeiten gegen bestimmte Nahrungsmittel sein, zum Beispiel bei einer Fructoseintoleranz. Einige Patienten entwickeln dagegen die Symptome, wenn sie extremen klimatischen Bedingungen oder auch Stress ausgesetzt sind.
 
Die Behandlung der Hauterkrankung kann variieren – beispielsweise je nach Patient und behandelndem Arzt. Eine Therapie mit Kortison ist weit verbreitet, steht jedoch auch in der Kritik, denn der Stoff kann die Haut angreifen und nachhaltig schädigen. Alternativ setzen viele Patienten auf eine homöopathische Form der Behandlung.
 

Neurodermitis: Welche Hausmittel eignen sich?

Die folgenden Hausmittel können die Therapie begleiten, sie sollten sie jedoch nicht ersetzen. Sprechen Sie sämtliche Mittel, die Sie regelmäßig einsetzen, am besten mit Ihrem Arzt ab.

Kokosöl

Viele Betroffene schwören als Hausmittel bei Neurodermitis auf Kokosöl. Der Grund: Das Öl ist sehr fetthaltig und kann entsprechend auf trockenen Hautstellen Linderung verschaffen und die Heilung unterstützen. Gleichzeitig wirkt Kokosöl antiviral und antibakteriell, sodass viele Ekzeme reduziert werden können.

Nachtkerzenöl

Die Heilpflanze kann, zum Beispiel als Salbe, die geschädigte Haut beruhigen und zudem mit Feuchtigkeit versorgen. Dafür cremen Sie einfach betroffenen Stellen regelmäßig mit dem Pflegeprodukt ein.

Rote Beete

Die rote Knolle aus der Gemüsekiste kann besonders bei hartnäckigem Juckreiz Linderung verschaffen. Dafür geben Sie einfach etwas Saft auf ein steriles Küchenhandtuch und verwenden es als Umschlag.

Kamille

Lindernde Umschläge gegen juckende Haut können auch Kamille enthalten. Als Basis bereiten Sie einfach etwas Kamillentee zu und tränken ein steriles Handtuch darin. Die Heilpflanze enthält wertvolle Flavonoide, die Entzündungen reduzieren können.

Borretsch

Die Heilpflanze kann ebenfalls Linderung verschaffen, wenn die Hauterkrankung Betroffenen keine Ruhe lässt. Meist kommt das Öl flüssig oder in Kapseln zur Anwendung. Die Omega-6-Fettsäuren und Gamma-Linolensäure können Entzündungen hemmen und gleichzeitig den Juckreiz der Neurodermitis reduzieren.

Sonnenlicht

Gerade im Sommer ist dieses Hausmittel bei Neurodermitis gut umzusetzen: UV-Licht kann sehr gut gegen die Symptome der Erkrankung helfen – und ist ganz nebenbei, in Maßen genossen, auch für den restlichen Körper eine Wohltat.

Brunnenkresse

Eine gesunde, ausgewogene Ernährung ist nie verkehrt – und kann auch das Hautbild verbessern. Wer regelmäßig Brunnenkresse zu sich nimmt, leidet beispielsweise angeblich weniger unter den Symptomen seiner Neurodermitis.

Badewasser mit Meersalz: Reinigen und heilen lassen

Wer schon einmal mit kleineren Hautverletzungen im Meer geplanscht hat, kennt die heilende Kraft des Salzwassers: Meersalz unterstützt die Wundheilung und kann zudem akute Beschwerden wie lästiges Jucken abklingen lassen. Auch zu Hause ist das Hausmittel natürlich verfügbar – am besten in der Form von Totem-Meer-Badezusatz, erhältlich in jedem Drogeriemarkt. Beachten Sie in jedem Fall die Packungshinweise. Üblicherweise wird das Salz einfach im warmen Wasser aufgelöst. Achtung: Um ein nachhaltiges Austrocknen der Haut zu verhindern, sollten Sie nach dem erholsamen Bad die Salzkristalle gründlich vom gesamten Körper abduschen. Wer unter sehr trockener Haut leidet, sollte im Anschluss an das Vollbad außerdem die Haut sorgfältig eincremen, zum Beispiel mit einer unparfümierten Bodylotion, um die Ekzeme nicht unnötig zu reizen und den Heilungsprozess nicht zu verhindern.


Neurodermitis-Badewasser-Meersalz

Salz aus dem Toten Meer kann Neurodermitis-Beschwerden lindern. (c)iStock.com/laflor