Gerade stehen Sie noch voll im Alltag, als Ihnen grundlos plötzlich schwindelig wird, Sie sich vielleicht noch abstützen können, aber unvermeidlich in sich zusammensacken und unsanft auf den Boden aufschlagen. Eine plötzliche Ohnmacht ist ein persönlicher Albtraum und kann, gerade außerhalb der eigenen vier Wände, gefährlich sein. Doch wie entsteht eine Synkope, umgangssprachlich plötzliche Ohnmacht genannt und was können Sie tun, wenn Sie Zeuge eines Kollapses anderer Menschen werden?

Plötzliche Ohnmacht (Synkope): Wissenswertes

Von einer Ohnmacht wird gesprochen, wenn die Bewusstlosigkeit plötzlich und nur für kurze Zeit auftritt. Langanhaltende Bewusstlosigkeit, die z. B. durch Herzversagen oder Hirnblutung entstehen kann, hat mit der Synkope nichts mehr zu tun.

Plötzliche Ohnmacht Schwindelanfall

Überkeit und Schwindelgefühl sind die ersten Anzeichen drohender Ohnmacht © iStock.com / master2

Eine Synkope, plötzliche Ohnmacht, entsteht, wenn das Gehirn für einige Sekunden nicht korrekt durchblutet wird. Ursache ist dabei das Absacken des Blutdruckes und das Versagen des Herz-Kreislauf-Systems als Reaktion darauf. So fallen kurzzeitig die Vitalfunktionen aus, Muskeln werden nicht bedient, erschlaffen und ziehen dem Betroffenen die Beine weg – sorgen für Bewusstlosigkeit. Krampfartige Bewegungen treten bei einer Synkope selten auf und deuten eher auf einen anderen zustand als Kreislaufkollaps. Meist ist nach wenigen Sekunden alles vorbei. Sie erwachen, sind desorientiert, aber wieder bei vollem Bewusstsein.

Von einer Präsynkope (Beinahe-Ohnmacht) wird gesprochen, wenn das Bewusstsein nur kurzzeitig gestört wird, Schwindel und Benommenheit auftreten, zum Beispiel durch zu schnelles Aufrichten. Hierbei ist die Gehirndurchblutung nur vermindert.

Warnzeichen kurzzeitiger Bewusstlosigkeit

Wer noch nie in Ohnmacht gefallen ist und die ersten Anzeichen einer eintretenden Ohnmacht nicht kennt, sollte sich bei kaltem Schweiß, Übelkeit, Flimmern, Schwindel- und Kältegefühlen sowie Schwarzwerden vor Augen schnellstmöglich hinsetzten oder hinlegen. Wenn es aus irgendeinem Grund nicht möglich ist, spannen Sie kräftig Ihre Muskeln an – dies kann eine drohende Bewusstlosigkeit verhindern.

Ursachen einer Synkope

Die Ursachen der plötzlichen Bewusstlosigkeit können vielfältig sein. Hier ist eine wesentliche Unterteilung je nach der Ursache:

Reflex-Synkope: Sie ist die häufigste Form des Kollapses, die für gewöhnlich junge, gesunde Menschen betrifft. Durch ungewöhnlich starke Reize (Schreck, Blutentnahme etc.) kann ihr Kreislauf beeinträchtigt sein, die plötzliche Ohnmacht ist Folge der Reizüberflutung. Für ältere Menschen kann auch diese Art der Ohnmacht gefährlich sein.

Herz-Synkopen: Sie eine gefährlichere Art der Ohnmacht, deren Herz- und Gefäßerkrankungen zugrunde liegen können. Sie können auch durch Medikamente ausgelöst werden.

Orthostase-Synkopen: Diese Form der Bewusstlosigkeit entsteht, wenn die Körperposition schnell verändert wird. Bei der Orthostase-Synkope tritt die Ohnmacht bei verschiedenen Arten der Hypotonie, Blutdruckstörungen auf.

Diese Angaben sollen jedoch nur zur Orientierung dienen. Die eigentlichen Ursachen einer Ohnmacht können nur von einem Artz nach einer gründlichen Untersuchung genannt werden.

Erste Hilfe bei Ohnmacht

Plötzliche Ohnmacht Bewusstlosigkeit

Bei Bewusstlosigkeit sollte ein Notarzt alarmiert werden © iStock.com / KatarzynaBialasiewicz

Unabhängig der Ursache für die plötzliche Ohnmacht ist beim Beobachten der Situation schnelles Handeln gefragt. Wenn jemand neben Ihnen zusammensackt, sollten Sie wie folgt vorgehen: Wenn noch möglich, fangen Sie den Umfallenden ab, um Kopfverletzungen zu verhindern. Entfernen Sie den Ohnmächtigen aus der Gefahrenzone oder Menschenmenge. Nach Möglichkeit sollte eine Zufuhr von frischer Luft organisiert werden, wie z. B. Fenster aufreißen. Lagern Sie ihn flach in Rückenlage, legen Sie seine Beine hoch und warten Sie nur wenige Sekunden ab. Kommt er nicht sofort wieder zu sich, reagiert nicht auf Ansprache und Rütteln, alarmieren Sie unverzüglich einen Notarzt. Es kann nämlich um einen schwereren Zustand als Synkope handeln. Beim Atemausfall führen Sie Wiederbelebungsmaßnahmen durch, bis der Notarzt eintrifft.

Wacht der Betroffene von alleine schnell wieder auf, erklären Sie die Situation und bringen Sie in Erfahrung, ob eine Erkrankung vorliegt und ein Notarzt zugezogen werden sollte. Wenn nicht klar ist, woher die plötzliche Ohnmacht rührt, sollten Sie auf keinen Fall dem Betroffenen Wasser oder Snack anbieten bis ein Notarzt eintritt. Bei alten Menschen sollte in jedem Fall ein Arzt alarmiert werden, um Brüche und Verletzungen ausschließen zu können.

Sicherheit durch Arztbesuch

Eine Ohnmacht ist nicht immer harmlos. Durch eine Selbstdiagnose können Sie Ihren Zustand verschlimmern oder eine erste Erkrankung verschleppen. Die Synkope an sich, muss nicht behandlet werden. Allerdings soll der Ursache für die plötzlichen Ohnmacht auf den Grund gegangen werden. Wenn Sie oder Familie und Freunde häufiger von Ohnmachtsanfällen ohne klare Grunde betroffen sind, sollten Sie einen Allgemeinmediziner oder Internisten hinzuziehen, um Hypotonie, Gefäßkrankheiten und Herzprobleme auszuschließen. Plötzliche Ohnmacht kann immer auch ein Hinweis auf ein größeres Erkrankungsbild sein.

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