Bei gesunden Personen bewegen sich die Blutzuckerwerte im Normbereich zwischen 70-100 mg/dl im Nüchternzustand und bei maximal 140 mg/dl nach Nahrungsaufnahme. Der Blutzuckerspiegel pendelt nach dem Essen oder Trinken im Normbereich, selbst wenn extreme Mengen an Kohlehydraten zugeführt werden. Bei einem an der Zuckerkrankheit erkrankten Menschen können die Blutzuckerwerte unter 70 mg/dl fallen oder bis circa 1000 mg/dl ansteigen – der Stoffwechsel entgleist im ungünstigsten Fall mit lebensbedrohliche Folgen.

Verschiedene Warnzeichen machen auf die Stoffwechselkrankheit aufmerksam, wobei die Symptome des Diabetes von den Betroffenen zunächst oft nur als vorübergehende Befindlichkeitsstörungen wahrgenommen werden. Während der Typ1-Diabetes innerhalb von Wochen immer starke Symptome des Diabetes zeigt, können Beschwerden beim Typ 2-Diabetes zunächst vollständig ausbleiben.

Symptome bei Diabetes Mellitus

Verstärkter Durst, vermehrter Harndrang sowie ein Gefühl von körperlicher Schwäche und ein Nachlassen der Konzentrationsfähigkeit deuten auf eine Form von Diabetes hin. Weitere Beschwerden können auftreten. Begleitende Symptome eines Diabetes sind unter anderem:


  • starker Juckreiz
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Kopfschmerzen
  • Sehstörungen
  • eine erhöhte Anfälligkeit für Infekte
  • Pilzerkrankungen im Genitalbereich

Bei Diabetikern vom Typ 1 wird häufig eine starke Gewichtsabnahme innerhalb weniger Wochen beobachtet, ohne dass der Gewichtsverlust mit einer kalorienreduzierten Ernährung oder erhöhter sportlicher Aktivität begründet ist.

Bleibt die Grunderkrankung über lange Zeit unbemerkt und folglich unbehandelt, da die Symptome des Diabetes nicht als bedrohlich wahrgenommen werden, so können starke Unter- und Überzuckerungen auftreten. Der Erkrankte fällt ins Koma oder ist zumindest so stark benommen, dass er handlungsunfähig ist.

Ähnliche Symptome bei Diabetes Typ 1 und Typ 2 – unterschiedliche Ursachen der Grunderkrankung

Symptome Diabetes Insulinspritze

Insulin senkt den Blutzuckerspiegel © iStock.com / dml5050

Die Bauchspeicheldrüse produziert das Hormon Insulin in den Beta-Zellen. Beim Typ 1-Diabetes werden die Beta-Zellen im Laufe der Zeit zerstört. Die Zuckerkrankheit manifestiert sich, wenn bereits 80-90 Prozent der Zellen irreversibel geschädigt sind. Der Insulinmangel muss von außen ausgeglichen werden. Typ-1-Diabetiker haben aufgrund von Insulinmangel keine Alternative zum Zuführen von Insulin mittels Injektion. Das Hormon besteht aus Eiweißbausteinen, welche durch die Magensäure zerstört werden würden, sodass eine Darreichung in Tablettenform ausgeschlossen ist.

Beim Typ 2-Diabetes sind die Beta-Zellen über lange Zeit intakt und setzen Insulin frei – Insulinmangel tritt erst nach längeren Jahren auf. Zudem können die Körperzellen aufgrund von Insulinresistenz nicht ausreichend Zucker aus dem Blut einschleusen.

Hier sind die wichtigsten Unterschiede zwischen den beiden Diabetesformen auf einen Blick. (Quelle: Deutsche Diabetes Gesellschaft)

Kriterien Typ-1 Diabetes Typ-2 Diabetes
Manifestationsalter meist Kinder und Jugendliche meist Erwachsene
Begin akut schleichend
Symptome Gewichtsverlust, Müdigkeit, Harndrang meist keine Beschwerden
Körpermasse meist normal meist übergewichtig
familiars Vorkommen gering typisch
Stoffwechsel labil stabil
Insulintherapie erforderlich meist nach jahrelangem Verlauf der Erkrankung

Diagnose – Laborwerte geben Auskunft über Art und Schwere der Erkrankung

Symptome Diabetes Blutzuckerwert

Mit einem Blutzuckerwert von 200 mg/dl gilt Diabetes als nachgewiesen © iStock.com / evgenyb

Die meisten Symptome einer Diabeteserkrankung geben keinen Aufschluss über den aktuellen Schweregrad der Erkrankung, denn sie werden subjektiv stark empfunden. Die Symptome des Diabetes Mellitus liefern dem Allgemeinmediziner jedoch den ersten Hinweis auf die Erkrankung – bestätigt sich der Verdacht bei einer Blut- und Urinprobe, so überweist er zum Facharzt. Der Diabetologe misst den Blutzucker im Blutplasma oder im kapillären Vollblut. Mit einem Blutzuckerwert ab 200 mg/dl gilt Diabetes als nachgewiesen, wiederholte Werte ab 160 mg/dl deuten auf eine Vorstufe der Erkrankung hin. Das Vorhandensein bestimmter Diabetes-Marker im Blut gibt Aufschluss darüber, ob es sich um einen Diabetes von Typ 1 oder Typ 2 handelt. Desweiteren wird der Urin auf saure Stoffwechselprodukte (Ketonkörper) untersucht: Dauerhafter Insulinmangel führt zur Übersäuerung des Körpers (Ketoazidose) und ist sofort behandlungsbedürftig.

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