Hobby-Gärtner denken bei der Hortensie (Hydrangea) in der Regel nur an ihre schöne Blütenpracht. In der Drogenszene sagt man der Pflanze dagegen eine cannabisartige Wirkung nach. Doch was hat es mit dieser Behauptung eigentlich auf sich?

Hortensien als preiswerte Naturdrogen

Hortensien Blumen Garten

Hortensien sehen hübsch aus, ihr Verzehr ist aber gefährlich! (c) iStock.com / scAner_KM

Im Vergleich mit herkömmlichen Drogen, wie beispielsweise Cannabis oder Opiaten, sind Hortensien leicht und preiswert zu beschaffen. Jeder größere Gartenversand bietet die Pflanzen an, beispielsweise können Hortensien online bestellt werden – zudem ist das strauchartige Gewächs in vielen Parks und Gärten zu finden, da es nicht als Betäubungsmittel eingestuft wird. Insbesondere für Jugendliche scheint die Hortensie daher eine beliebte Naturdroge zu sein, jedoch gibt es keine genauen Zahlen zum tatsächlichen Konsum. Dennoch kommt es bereits seit mehreren Jahren auch in Deutschland immer wieder zum Diebstahl von Hortensien aus Parkanlagen und Vorgärten. Dabei werden gezielt Blätter, Blüten und auch Triebe von der Pflanze abgerissen oder -schnitten, da diese sich angeblich zum Verzehr eignen sollen. Vermehrt wird auch von Pflanzen-Diebstahl berichtet, so unglaublich dies für manche auch klingen mag.

Auf der Suche nach psychoaktiven Substanzen in der Pflanze fanden Wissenschaftler bisher jedoch nichts; warum dann die ganze Aufregung? Eine mögliche Erklärung hierfür könnte sein, dass vor allem Jugendliche schlicht aus Neugierde ausprobieren, ob die Gerüchte, welche sich um das Gewächs ranken, tatsächlich stimmen. Jedoch gibt es auch eine zweite, beunruhigende Erklärung: die rauschartige Wirkung kann von einer schweren Vergiftung herrühren.

Gefährliche Blausäurevergiftungen möglich

Wer Teile der Hortensie als Droge raucht, geht damit ein tödliches Risiko ein. Hortensien enthalten für den Menschen giftige Blausäureverbindungen, sogenannte Cyanide oder auch Cyanid-Wasserstoff, die beim Verbrennen freigesetzt werden. Daher vermuten Wissenschaftler, dass eventuelle Rauschgefühle wie Halluzinationen, Schwindel und Euphorie nicht von psychoaktiven Substanzen stammen, sondern bereits Anzeichen einer Zellzerstörung durch die freigesetzte Blausäure sind.

Wie man eine Blausäurevergiftung erkennt

Hortensienblüten

Hortensien blühen in verschiedenen Farben (hier rosa), haben jedoch eine typische Blütenform, wie sie auf dem Foto zu sehen ist (c) iStock.com / aceshot

Bei der Einnahme von Blausäure gelangt der Giftstoff über die Lunge in die Zelle und verhindert dort, dass Sauerstoff in der Zelle verarbeitet werden kann. Allerdings wird von der Substanz nicht nur die Atemkette gehemmt, sondern auch das zentrale Nervensystem angegriffen und sogar zerstört. Diese Mechanismen können dann möglicherweise zu einem rauschähnlichen Gefühl führen und werden daher oftmals vom Konsumenten nicht als ernstzunehmende Vergiftung gedeutet.

Bei einer Blausäurevergiftung gilt schnelles Handeln, denn der Wirkungseintritt erfolgt sofort. Bereits nach wenigen Sekunden kann es zur Hyperventilation, Erstickung, oder sogar zum Herzstillstand kommen. Bei einer Akutvergiftung kann nur noch der Notarzt helfen, dieser sollte daher sofort benachrichtigt werden.

Hier einige der typischen Anzeichen einer Vergiftung durch Blausäure:

  • Bittermandelgeruch im Atem
  • Atemnot
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel, Übelkeit und sogar Ohnmacht
  • rote bis hellrote Hautfarbe

In Anbetracht dieser ernstzunehmenden Risiken ist es äußerst ratsam, vom Rauchen von Hortensien als Ersatz von Marihuana abzusehen. Hier geht es nicht nur um den Rausch – hier geht es um Leben und Tod.