Ein Dampfbad, um wieder richtig durchatmen zu können, Sauna-Gänge zur Vorbeugung von Erkältungen oder Massagen gegen Verspannung: Wellness tut nicht nur der Seele gut, sondern auch dem Körper. Sauna, Massagen und Co. dienen als Anti-Burnout-Kur bei Stress, fördern die innere Ruhe und haben eine langfristige gesundheitsfördernde Wirkung. Kein Wunder also, dass Wellness immer öfter als Ergänzung zum Sport angeboten wird. Große Fitness-Tempel wie das Meridian in Hamburg und weiteren Städten machen es schon seit geraumer Zeit vor. Mittlerweile sind auch viele kleine Sportstudios zumindest mit einer Sauna ausgestattet. Damit das Schwitzen und Durchkneten lassen auch wirkt, gibt es einige Punkte zu beachten.

Sauna: Durch Schwitzen zu neuen Lebensgeistern

zwei Frauen mit Bademantel in der Sauna

Schwitzen in der Sauna ist gut für Körper und Seele – aber nicht länger als 15 Minuten am Stück © istockphoto.com/M_a_y_a

Wie angenehm ein Schwitzbad ist, das haben bereits die Menschen in der Steinzeit erkannt. Sie legten kleine Höhlen mit heißen Steinen aus und gossen Wasser darüber: Dieses Prinzip des Dampfbades hat sich bis heute gehalten. In Finnland – wo fast jedes Haus inklusive des Parlaments, mit einer Sauna ausgestattet ist – wurden früher Babys in der Sauna entbunden. Es war nämlich meist der einzige Raum mit warmem Wasser. Heute ist der Siegeszug der Sauna bis weit in den Süden vorgedrungen.

Warum Saunieren so gesund ist

Ein Saunagang hat erstaunliche Auswirkungen auf den Körper. Die Haut wird auf 40 bis 41 Grad Celsius erhitzt, die Körpertemperatur steigt um ein bis zwei Grad. Durch die hohen Temperaturen wird ein künstliches Fieber ausgelöst. Wie beim echten Fieber werden die Immunzellen aktiviert. Die Poren öffnen sich und durch das Schwitzen scheidet der Körper Giftstoffe aus. Bis zu ein Liter Schweiß pro Stunde ist möglich. Außerdem weiten sich die Gefäße, wodurch das Blut bis zu doppelt so schnell fließt. Kreislauf, Stoffwechsel und Atmung werden angeregt. Durch den Wechsel von Hitze- und Kältereizen durchlaufen die Gefäße ein regelrechtes Training. Für den Gesundheitseffekt ist es daher wichtig, dass auf den Saunagang eine Kaltphase folgt. Darüber hinaus setzt das Saunieren Endorphine frei. Die Glückshormone bessern die Stimmung und entspannen somit auch die Muskeln. Auch bei Hautkrankheiten wie Akne oder Neurodermitis soll regelmäßiges Saunieren zu einer Besserung führen.

Die gesundheitsfördernde Wirkung stellt sich allerdings erst bei regelmäßigem Saunieren ab zwei Saunagängen pro Woche ein. Das haben finnische Forscher festgestellt, die ihre Langzeitstudie 2005 in der Zeitschrift Internal Medicine vorstellten. Sie erhoben bei 2315 finnischen Männern im Alter von 42 bis 60 Jahren die Häufigkeit und Dauer ihrer Saunabesuche und beobachteten ihre gesundheitliche Entwicklung über fünf Jahre hinweg. Das Ergebnis: Je häufiger die Probanden saunierten, desto geringer war ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, einen Herzinfarkt oder plötzlichen Herztod.

Richtiges Saunieren

So angenehm die Schwitzkur auch ist: Sie setzt dem Körper dennoch einer großen Belastung aus. Bei der besonders heißen Finnischen Sauna klettert das Thermometer auf bis zu 110 Grad Celsius. Daher gilt es einige Grundregeln zu beachten. Menschen, mit Herzschwäche, starkem Bluthochdruck, Niederproblemen, Rheuma, Asthma oder Schwindelanfällen sollten ganz auf die Sauna verzichten. Bei anderen Erkrankungen sollten Sie zunächst den Arzt konsultieren.

Tipps für die Zeit vor der Sauna

    1. Gehen Sie niemals krank in die Sauna oder wenn Sie spüren, dass eine Erkältung im Anmarsch ist
    2. Duschen Sie vor und nach dem Saunagang, um Keime abzuwaschen
    3. Achten Sie in den Stunden vor dem Saunieren darauf, genügend zu trinken
    4. Gehen Sie niemals betrunken in die Sauna. Der Alkohol weitet die Gefäße zusätzlich und es kann zum Kollaps kommen
    5. Gehen Sie weder hungrig noch mit vollem Magen in die Sauna
    6. Gehen Sie vor dem Saunagang noch einmal auf Toilette, denn Saunieren regt die Nierentätigkeit an
  • Tipps für die Zeit in der Sauna

      1. Nehmen Sie aus Hygienegründen ein großes Badetuch mit in die Sauna, auf das Sie sich legen oder setzen können
      2. Gehen Sie nicht direkt nach dem Sport in die Sauna, der Puls sollte sich erst wieder beruhigen
      3. Bleiben Sie nicht länger als 15 Minuten und wiederholen Sie den Saunagang maximal zwei Mal
      4. Hören Sie auf Ihren Körper, bei Unwohlsein sollten Sie die Sauna unbedingt verlassen
      5. Falls Sie liegend saunieren, sollten Sie sich in den letzten paar Minuten aufrecht hinsetzen, um den Kreislauf zu stabilisieren
      6. Stehen Sie langsam auf, wenn Sie die Sauna verlassen wollen
      7. Verlassen und betreten Sie die Sauna nicht während eines Aufgusses
    • Tipps für die Abkühlphase

        1. Die Abkühlphase sollte mindestens so lange dauern wie der Saunagang
        2. Schnappen Sie wenn möglich erst einmal frische Luft. Wickeln Sie dazu ein Handtuch um oder schlüpfen Sie in einen Bademantel
        3. Bleiben Sie maximal zwei bis fünf Minuten draußen und gehen Sie unbedingt wieder ins Warme, wenn Sie zu frösteln beginnen
        4. Starten Sie die Kaltwasseranwendung mit einer kalten Dusche oder einem Kaltwasser-Guss mit Kneipp-Schlauch (ein zwei bis drei Meter langer Gummischlauch)
        5. Stellen Sie sich nicht gleich mit dem ganzen Körper unter den Strahl, sondern zuerst die Füße, dann die Beine, Hände, Arme, Schultern und dann erst den Rumpf. Die Abkühlung erfolgt zum Herzen hin
        6. Ins Tauchbecken sollten Sie erst nach der Dusche oder dem Kneipp-Guss. Tauchen Sie nur kurz ab und bleiben Sie nicht länger als 10 Sekunden im Becken. Bei Bluthochdruck oder anderen Krankheiten sollten Sie auf das Tauchbecken verzichten
        7. Wärmen Sie sich nach der Abkühlphase wieder mit einem warmen Fußbad auf und entspannen Sie mindestens 15 Minuten im Ruheraum
        8. Trinken Sie nach dem letzten Saunagang möglichst viel (keinen Alkohol!) Sie sollten mindestens eine Stunde lang nicht rauchen, denn Giftstoffe werden jetzt verstärkt aufgenommen
        9. Vermeiden Sie nach dem Saunagang körperliche Anstrengungen
      • auf der Liege im Ruheraum nach der Sauna

        Nach dem Saunagang folgt das Entspannen im Ruheraum © istockphotocom/tomazl

        Der Aufguss

        In vielen Saunas führt der Saunameister einen oder mehrere Aufgüsse durch. Dadurch steigt die Luftfeuchtigkeit auf etwa 30 Prozent und erhöht vorübergehend den Hitzereiz. Das verstärkt den Sauna-Effekt und trägt zur mentalen Entspannung bei. Aufgüsse gibt es in vielen unterschiedlichen Duftrichtungen. Ein Minz- oder Eukalyptus-Aufguss hat beispielsweise eine anregende Wirkung und befreit die Atemwege. Beliebt sind auch Fruchtdüfte wie Apfel, Kirsche, Mango oder Orange.

      •  Sauna vs. Dampfbad

        Ein Dampfbad ist mit etwa 40 bis 50 Grad Celsius in der Regel nicht so heiß wie eine Sauna, dafür ist die Luftfeuchtigkeit höher. Und zwar so hoch, dass sich Dampf bildet. Was die gesundheitliche Wirkung betrifft, sind Sauna und Dampfbad vergleichbar. Saunaanfänger oder hitzeempfindliche Menschen empfinden das Dampfbad oft als angenehmer. Für Sauna und Dampfbad gelten die gleichen Hinweise. Sie sollten sich nicht länger als 15 Minuten darin aufhalten und nach spätestens drei Durchgängen sollte Schluss sein.

        Meditative Wirkung der Sauna

        Musik, Düfte, Beleuchtung: Mit verschiedenen Methoden wird der Saunagang zum meditativen Erlebnis. Sehr beliebt ist zum Beispiel die Klangschalen-Sauna. Die lang anhaltenden Klänge und die leichten Schwingungen sollen den Entspannungseffekt noch verstärken. Oft wird die Klangtherapie von Atemübungen begleitet. Ergänzend oder alternativ zur Klangschalenmeditation werden auch oft Fantasiereisen angeboten. Unter der Anleitung des Saunameisters begeben sich die Saunierenden auf eine gedankliche Reise. Auch hier muss jeder für sich selbst entscheiden, welche Art der Sauna er bevorzugt. Entscheidend für Ihr Wohlbefinden ist es, die Sauna-Form zu finden, die Sie am meisten entspannt.

      • Massage: Mit gezielten Griffen zu mehr Fitness und Wohlbefinden

        Kopfmassage

        Eine Massage wirkt entspannend, kann Blockaden aufheben und Schmerzen lindern wie die Cranio Sacral Therapie, bei der vom Kopf bis zum Kreuzbein massiert wird © istockphoto.com/PeopleImages

        Kann man sich fit kneten lassen? Ganz ohne Sport geht das natürlich nicht aber mit der richtigen Massage vor und/oder nach dem Training lässt sich das Fitnessprogramm ideal ergänzen. Eine Massage vor dem Sport regt die Muskulatur an und erhöht die Durchblutung. Das reduziert zum einen das Verletzungsrisiko und bereitet zum anderen den Muskel optimal auf die bevorstehende Belastung vor. Eine Massage nach dem Sport soll entspannen und regenerieren. Auch bei Beschwerden wie Nackenschmerzen oder Schmerzen im oberen Rücken kann eine Massage sehr wohltuend sein. Doch Achtung: Wellness-Massagen sind nicht mit therapeutischen Massagen oder gar einer Physiotherapie zu verwechseln. Im Zweifelsfall sollten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt halten. Hier eine Übersicht der gängigen Massagen, die oft auch in Fitnessstudios angeboten werden und der Regeneration dienen.

        • Sportmassage: Sie dient wie bereits beschrieben der Leistungssteigerung vor dem Sport und der schnellen Muskelregeneration nach dem Training. Der Masseur kann bei dieser Massage ruhig etwas fester zupacken, denn bei trainierten Menschen ist die Muskulatur kräftig und benötigt stärkere Reize.
        • Manuelle Lymphdrainage: Diese Massage geht bereits in den therapeutischen Bereich. Sie ist wesentlich sanfter als eine normale Massage. Der Therapeut wendet nur schwachen Druck an, um angestaute Flüssigkeit aus dem Gewebe zu lösen. Sie wird zum Beispiel bei geschwollen Gliedmaßnahmen angewendet. Auch Menschen mit Lipolymphödem erhalten oft eine manuelle Lymphdrainage. Dabei handelt es sich um eine Krankheit, die mit vermehrten Fetteinlagerungen in Armen oder Beinen einhergeht.
        • Breuß-Massage: Diese spezielle Massage der Wirbelsäule ist nach dem österreichischen Heilpraktiker Rudolf Breuß benannt. Sie soll energetische und körperliche Blockaden lösen. Dazu werden die Bandscheiben sanft gedehnt und das Muskelgewebe rund um die Wirbelsäule gelockert. In der Regel verwendet der Masseur etwas Johanniskraut, das beruhigend wirkt.
        • Cranio Sacral Therapie: Bei dieser Therapie, die übersetzt so viel wie „Schädel-Kreuzbein-Therapie“ bedeutet, handelt es sich um eine Behandlung aus der Osteopathie. Sanfte Handgriffe vom Schädelknochen bis zum unteren Bereich der Wirbelsäule lösen Verspannungen und Schmerzen. Bei der Cranio Sacral Therapie handelt es sich um eine ganzheitliche Therapie, die die Selbstheilungskräfte des Körpers anregen soll.
        • Fußreflexzonenmassage: Bei dieser Massage werden bestimmte Punkte auf der Fußsohle stimuliert. Die Idee dahinter ist, dass dort Nervenbahnen zusammenlaufen, die jeweils mit bestimmten Organen, Muskeln und Knochen verknüpft sind.

      • Fazit zu den gesundheitsfördernden Wirkungen von Wellness-Anwendungen

        Noch ist wissenschaftlich nicht zweifelsfrei bewiesen, wie gesundheitsfördernd Wellness-Angebote tatsächlich sind. Zwar gibt es mehrere Studien, die dem regelmäßigen Schwitzen in der Sauna einen positiven Gesundheitseffekt bescheinigen. Meist konnten die Ergebnisse jedoch nicht repliziert werden und es nicht genau geklärt, inwieweit die positiven Effekte wirklich auf das Saunieren (alleine) zurückzuführen sind. Fest steht jedoch, dass Wellness-Anwendungen aufgrund ihrer entspannenden Wirkung zumindest das subjektive Wohlbefinden steigern können. Nicht umsonst bieten immer mehr Sportstudios Massagen und Co. an, die von Kunden gerne genutzt werden.