In anderen Ländern gilt Kurkuma schon länger als Heilmittel, und auch hierzulande setzen immer mehr Menschen auf die heilenden Eigenschaften des gelben Gewürzes. Nicht nur als wichtiger Bestandteil von Currymischungen, sondern auch als Kapseln oder Pulver ist Kurkuma deshalb mittlerweile als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich. Doch was genau kann der Pflanzenextrakt und welche Versprechungen sind medizinisch nicht haltbar? Hier ein Überblick zur Faktenlage.

Kurkuma Wurzel als Heilmittel

Dem Wirkstoff Curcumin aus der Kurkumawurzel wird oft eine heilende Wirkung zugesprochen ©Unspash/FOODISM360

Kurkuma gegen Entzündungen und Verdauungsprobleme

Nicht nur als leckere Küchenzutat, auch als Heilmittel ist Kurkuma schon lange bekannt. Dem gelben Curry-Gewürz werden jede Menge positiver Eigenschaften nachgesagt. So sollen sich sowohl die ätherischen Öle als auch der Wirkstoff Curcumin günstig auf verschiedene Symptome auswirken: Gerne kommt Kurkuma zum Beispiel bei Verdauungsbeschwerden zum Einsatz. Auch erhöhte Leberwerte sollen sich dadurch reduzieren lassen. Die Inhaltsstoffe des Gewürzes wirken zudem antioxidativ und entzündungshemmend. Oxidationsvorgänge im Körper, die unter Umständen zu Zellschädigungen führen, können mithilfe von Kurkuma als Heilmittel verhindert oder zumindest gemildert werden. Zudem wird Kurkumaextrakt gelegentlich bei Erkrankungen wie Arthrose empfohlen – die Apotheken Umschau berichtet von einigen Analysen und Studien, nach denen Kurkuma hier Beschwerden lindern kann.

 

Kurkuma als Medikament? Wichtige Hinweise für Patienten

Sie sehen: Die Verwendung von Kurkuma ist ausgesprochen vielseitig. Das Superfood erscheint fast als eine Art Allheilmittel, selbst bei Alzheimer und Krebs soll es wahre Wunder bewirken. Spätestens bei diesen schwerwiegenden Erkrankungen allerdings schlagen Experten Alarm. Der Mediziner Peter Schnabel von der TU München beispielsweise betont gegenüber dem Bayerischen Rundfunk, dass kein einziges Forschungsergebnis hier irgendeine Art von Erfolg verspricht. Die dringende Empfehlung lautet hier also, ernsthafte Erkrankungen sowie Symptome, die sich durch Kurkuma und andere Heilmittel nicht lindern lassen, immer ärztlich untersuchen zu lassen. Auch die Verbraucherzentrale sieht Kurkuma als Heilmittel durchaus kritisch. Sie weist etwa darauf hin, dass in Tier- und Zellkulturversuchen zwar durchaus einige positive Eigenschaften nachgewiesen werden konnten – hier allerdings mit Dosierungen, die weder über die Nahrung noch über gängige Nahrungsergänzungsmittel erreicht werden könnten. Ein weiteres Problem: Die Bioverfügbarkeit ist sehr gering, sodass stets nur sehr kleine Mengen aufgenommen werden können. Zwar existieren auch Humanstudien zum Thema Kurkuma als Heilmittel – die meisten allerdings weisen laut Verbraucherzentrale so große Mängel auf, dass sie nur wenig aussagekräftig sind.

 

Fazit

Bei eher harmlosen Beschwerden darf Kurkuma als Heilmittel gerne zum Einsatz kommen. Ob allerdings hinter den Symptomen doch eine ernsthafte Erkrankung steckt, die schulmedizinisch behandelt werden sollte, kann nur ein Arzt feststellen.

 

Rezeptideen: Goldene Milch als gesunder Schlummertrunk

Golden Milk mit Kurkuma

Golden Milk mit Kurkuma ist nicht nur lecker, sondern auch gesund ©Unspalsh/Osha Key

Haben Sie schon einmal von goldener Milch gehört? Der Drink mit Kurkumapulver ist ein gutes Beispiel dafür, wie das Gewürz bei kleinen Alltagsbeschwerden helfen kann – und dazu auch noch lecker ist. Das Getränk wird beispielsweise als Getränk am Abend empfohlen, weil er einen gesunden Schlaf fördern kann. Gleichzeitig lässt sich so potenziell das Immunsystem unterstützen.

Zubereitung „Golden Milk“

Pro Tasse Milch mischen Sie etwa einen Esslöffel Kurkumapulver unter und lassen beides in einem Topf etwa zwei Minuten köcheln. Fertig ist die Goldene Milch! Zusätzlich sind verschiedene Varianten möglich: Wer sich aus ethischen Gründen oder aufgrund von Erkrankungen wie Endometriose laktosefrei ernähren möchte, kann anstelle von Kuhmilch auf pflanzliche Alternativen setzen. Wer es gerne etwas süßer mag, fügt etwas Honig oder Agavendicksaft bei. Gewürze wie Ingwer oder Zimt verleihen zusätzliche Würze. Vorsicht allerdings am Abend: Ingwer wird eine wachmachende Wirkung nachgesagt.